zur Navigation springen
Güstrower Anzeiger

11. Dezember 2017 | 08:49 Uhr

Plattdeutsch : „So ward Eine beluurt“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ-Mini-Serie „In Brinckman sienen Nalaat funnen“ von Behrend Böckmann / Kleine Geschichte von John Brinckman / 1. von zwei Teilen

Up Hochdeutsch künn dees Geschicht wull heiten „Einen Schuldner auflauern“. Vier Güstrower Mannslüüd måken sik mit Pier un Wagen up denn Wech na Hogen-Stengelin, üm dor Schullen intaudrieben, dei dei oll Stäbeler bi Schnieder Dietrich un Kopmann Warschauer hett.

Ehr wier tau Uhren kamen, dat oll Stäbeler na Amerika utwitschen wull un so mit dat utståhn Geld dörchbrennen künn. Un as dat so sien sall, sitten bald Kopmann Warschauer, Snieder Dietrich, Möller Dähn bi Bäcker Kohl up’n Wagen un fohren dörch’t Gleviner Dur in Richtung „Niege Welt“, wat laters dei „Olle Moehl“ wier, an’n „Schwatten Adler“ vörbi un as sei sik all ’nen „gläunigen Kattenstiert in’t Gesicht“ stäkt harrn, güng dei Fohrt bet na Kölln, wo’s in’n Krauch inkiehren. Hier sinnieren’s nu bi’n lütten Schluck, woans sei denn ollen Stäbeler „upluurn“ willen, zuckeln wieder un jedwerein föllt ut’t eigen Beläben in, woans dat aflopen künn. In Groten-Satanshagen helpen’s sik noch eins einen in un sünd sik nu schlüssig, dat’s Gericht mit denn ollen Stäbeler spälen willen.

In Hogen-Stengelin ankamen, hollen’s wedder ierst vörn Krauch an, stiegen af un erkuunigen sik bi dei Kräugersch nå ehren Kannedaten. As sei tau hürn kriegen, dat hei sik siet gistern morrn nich mihr in Hogen-Stengelin uphöllt, sünd dei Vier so verbaast, dat’s sik ierst mål „vier Schluck von’n Besten“ genehmigen moeten. Denn vertellt dei Kräugersch noch, dat blot sien Mudder noch dor is.

„Na, denn laat’t mi dei Saak maken“, secht Gottlieb (Dähn), „beluuren wi em nich, denn beluuren wi dei Ollsch. Eine(r) möt beluuert war(d)en. Dei oll Stäbelersch hett klotzigen väl up dei Rippen*. Nährig is sei, dat’s woah (wohr), awe (œwer) wenn sei ok taag is, as en Rimmen** (Reimen, hochdtsch: Riemen) is, beluurt ward sei doch.“

Fix kümmt ’n œwerein, anne Stell’ von Stäbeler sien Mudder, dei oll Stäbelersch tau beluuren un verdeilt nu dei Rullen: Möller Dähn spält denn Gerichtsboebelsten, Bäcker Kohl spält denn Assessor, Kopmann Warschauer - bi em steiht dei olle Stäbeler mit 50 Dalers inne Kreid - spält denn Actowarius (Sekretär) un Snieder Dietrich - em is Stäbeler 30 Dalers schullig - ward dei Rull as Schlüter taudeilt un hei sall sik buten vör dei Dör uphollen.

Verklorungen:
*Hett einer klotzigen väl up dei Rippen, denn is bi em Geld tau hålen
** Is einer taag as en Rimmen, denn is hei tåch as Ledder - zäh wie Leder.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen