Kirch Rosin : „So is dat Läben…“

Lesung in der Kirche von Kirch Rosin: Behrend Böckmann erzählt Geschichten aus der Region.
Lesung in der Kirche von Kirch Rosin: Behrend Böckmann erzählt Geschichten aus der Region.

Nach zehnmal „Platt in’n Gorn“ las Behrend Böckmann zum zweiten Mal in der Kirche von Kirch Rosin.

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08. Juli 2018, 21:00 Uhr

Kurz vor 16 Uhr füllte sich am Sonnabend die kleine Backsteinkirche von Kirch Rosin. Behrend Böckmann hatte zu seiner insgesamt zwölften Lesung in seinem Heimatort eingeladen. Die ersten zehn Veranstaltungen hatten noch auf dem weitläufigen, parkähnlich gestalteten Böckmann‘schen Grundstück als „Platt in’n Gorn“ stattgefunden. Im vergangenen Jahr aber war der produktive plattdeutsche Autor erstmals in die Kirche ausgewichen und zirka 100 Gäste waren ihm gern gefolgt.

„In meinem Alter fällt es immer schwerer, den Garten so herzurichten, dass er vorzeigbar ist. Außerdem müssen Stühle, Tische und Bänke herbeigeschafft werden. Da habe ich mit dem Lieben Gott ein Abkommen geschlossen. Er hat gemeint: Du kannst auch in meiner Kirche lesen“, erklärte Böckmann den Ortswechsel und fügte schmunzelnd hinzu: „So ist das Leben.“

„So is dat Läben…“ lautete denn auch das Motto seines Vortrags. Böckmann startete mit Kirch Rosiner Dorf- und Kirchengeschichten und sah sich dann in der weiteren Region um. Tatsächliche Ereignisse wie den Fischsemmelkrieg in Stralsund, den immer wieder nervigen Brüllbeton auf der A 20 oder die Provinzposse um Tausende Regenwürmer im Bergener Ernst-Moritz-Arndt-Stadion erzählte er auf Plattdeutsch und damit um einiges lustiger, als sich die Realität darstellt. Zum Schluss überraschte der Autor mit der gereimten niederdeutschen Version des Märchens „Dornröschen“. Das gehört zu einem aktuellen Projekt, das den Dichter umtreibt. „Ich habe als Angebot für die Heimatschatzkiste des Landesheimatverbandes um die 15 Grimm‘sche Märchen in Reimform auf Platt aufgeschrieben“, erklärte Böckmann, der auch Mitglied im Bund Niederdeutscher Autoren ist und Texte für die Güstrower Plattsnacker schreibt.

Aber in der Kirche von Kirch Rosin wurde an diesem Nachmittag nicht nur gelesen, sondern auch gesungen. Inge Kunkel begleitete an der 1843 von Heinrich Rasche gebauten Schrankorgel die plattdeutsche Version des alten Kirchenliedes „Geh aus mein Herz und suche Freud“. Und Stamm-Organistin Christa Neubauer begleitete das Lied „Die güldene Sonne“. So andächtig die Besucher zuvor der Böckmann‘schen Lesung gelauscht hatten, so kräftig trugen sie danach mit ihrer eigenen Stimme zum Gelingen der Veranstaltung bei.

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