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Güstrower Anzeiger

18. November 2017 | 15:23 Uhr

So gehts rund um Güstrow herum

vom

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erstellt am 08.Feb.2012 | 07:04 Uhr

güstrow | Noch steht sie in den Sternen, die Ortsumgehung der Bundesstraßen für die Kreisstadt. Seit zwei Jahrzehnten in der Diskussion, fehlt es nach wie vor an dem entscheidenden Punkt zur Realisierung: den Finanzen. Da die aktuelle Fassung des auf 15 Jahre konzipierten Bundesverkehrswegeplanes gerade mal bis ins Jahr 2015 reicht, wird schon jetzt die Zeit sehr knapp. Denn der nächste fällige Schritt, die Eröffnung des Raumordnungsverfahrens, lässt auf sich warten.

In diesem Jahr werde das auch nicht mehr eröffnet, gibt Ronald Normann, Stellvertreter des Leiters im zuständigen Straßenbauamt Güstrow-Klueß, Auskunft. Auch wenn das Verfahren, wenn es denn erst eröffnet ist, rund ein Jahr Zeit in Anspruch nehmen wird, sei der Zug aber noch nicht abgefahren, betont Norman dennoch. Entscheidend für den Bund seien drei Kriterien: die Entwicklung des Verkehrs in der betreffenden Region, die Entwicklung der Region selbst und nicht zuletzt der Kosten/Nutzen-Faktor, also mit welchen Mitteln der größte Effekt zu erreichen ist. Mehrere Varianten für Ortsumgehungen kursieren. Übrig geblieben sind vier Varianten mit zwei grundlegenden Trassen: eine Ost-West-Passage über die Nordkante der Stadt hinweg (Beispiel unten links) sowie eine südliche Umgehung mit Anschluss an die in den 1990er-Jahren gebaute Kreisverbindung zwischen L117 ab Gutow und B104 bei Bülow; letztere würde Gutow dann umfahren (Darstellung unten rechts). Ein konkretes Signal jedoch, ob eine Ortsumgehung für Güstrow noch mit dem aktuellen Bundesverkehrswegeplan umgesetzt oder womöglich erst für den nächsten Planungszeitraum diskutiert wird oder vielleicht auch gar nicht mehr, könne der Straßenbauamtsleiter derzeit nicht geben.

Norman bestätigt die größeren Möglichkeiten zur Einflussnahme durch die betreffende Kommune. Das Land, vom Bund bei der Planung der Bundesstraßen konsultiert, habe bekundet, Ortsumgehungen nicht gegen den Willen der Städte und Gemeinden zu empfehlen.

So ist auch die Aktivität von Bürgermeister Arne Schuldt in Sachen Ortsumgehung zu verstehen. Intention: Wenn man schon die Möglichkeit bekomme, sich zu den Plänen des Bundes zu äußern, dann wolle man die Chance auch nicht verstreichen lassen. Stadtverwaltung und Verkehrsausschuss erarbeiten deshalb derzeit eine Güstrower Position, die, getragen von der Stadtvertretung, Land und Bund demnächst zugestellt werden soll.

Ausgehend von Machbarkeitsstudien stellt die Stadt andere Prämissen auf als der Bund. So macht Bürgermeister Schuldt seit langem keinen Hehl daraus, dass er eine eher innerstädtische Entlastung des Verkehrsströme möchte (Darstellung oben). Ein Kernstück ist die Verlegung der Bundesstraße aus der Bleicherstraße in den Paradiesweg. Dies birgt jedoch auch den kniffligsten Diskussionspunkt: der Knoten Paradiesweg-Speicherstraße-Eisenbahnstraße. Bei stündlich bis zu 21 Minuten Schließzeiten des nahen Bahnübergangs könne und müsse die Kreuzung nur per Lichtsignalanlage geregelt werden. Hier sind für das große Ziel, den Straßenverkehr für alle Güstrower erträglicher zu machen, noch kreative Gedanken gefragt.

Klar stellt die Stadt, dass für die Umsetzung ihres Vorhabens eine kräftige Förderung erforderlich sei. Schließlich könnte sie im Idealfall die Umgehungsstraße des Bundes möglicherweise sogar erübrigen. Diesen Zahn will der Leiter des Straßenbauamtes der Stadt aber schon mal ziehen: Eine Mischvariante zur Finanzierung ihrer Vorhaben werde es nicht geben. Eigene innerstädtische Lösungen könne die Stadt, wenn sie meint, sie müsse das tun, auch nur mit eigenen Mitteln ausführen. Norman stellt klar: "Fördergelder für eine zukünftige neue Bundesstraße gibt es nicht." Das sei eine Aufgabe, die sich der Bund vorbehalte - entweder oder laute die Devise.

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