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Kultur aktuell 2017 : Skurril und humorvoll am Strand

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Kultur aktuell 2017: Uwe-Johnson-Bibliothek Güstrow bereichert das gesellschaftliche Leben mit acht Veranstaltungen.

von
erstellt am 21.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Ganz frisch eingetütet ist für den 16. Juli – ein Sonntagabend – eine Lesung am Inselseestrand. Es ist eine von vielen Veranstaltungen, die die Güstrower Bibliothek in diesem Jahr anbietet. Neben Lesungen und den Uwe-Johnson-Tagen sind es u.a. die Klassiker wie die „Erotischen Häppchen“.

Nach einem gelungenen Auftakt im vergangenen Jahr ist Tilmann Wesolowski froh und zufrieden, dass die Güstrower Bibliothek zusammen mit Hotelier Alexander Hinz wieder eine launige Veranstaltung am Inselseestrand anbieten kann. Wieder sei es gelungen, eine Buchpremiere nach Güstrow zu holen. Vorstellen wird Jörg-Uwe Albig sein Buch „Eine Liebe in der Steppe“. „Skurril, humorvoll, satirisch“, fasst der Bibliotheksmitarbeiter zusammen. Es gehe um den Kampf um historische Bausubstanz in einer ostdeutschen Kleinstadt. Auch die Rotarier werden wieder dabei sein und die Gäste versorgen. Der Erlös gehe an die Musikschule.


Johnson als Hörspiel auf der Bühne


Johnson in einer Art Live-Hörspiel auf die Bühne zu bekommen, daran arbeiten die Uwe-Johnson-Bibliothek und die Mecklenburgische Literaturgesellschaft, die gemeinsam von 18. bis 22. September zu den Uwe-Johnson-Tagen in Güstrow und Neubrandenburg einladen. Als Partner konnten sie die Hochschule für Musik und Theater Rostock gewinnen. „Es ist der Versuch, einen anderen Zugang zu Johnson zu finden“, erklärt Wesolowski. Höhepunkt ist die Verleihung des mit 15 000 Euro dotierten Uwe-Johnson-Preises.

Der Bibliotheksmitarbeiter freut sich auch auf einen besonderen Kabarettabend mit Philipp Weber, der am 16. November mit Ernährungstipps um die Ecke kommt. Sinnigerweise trägt das Programm den Titel „Hunger“.

Zu den Pflichtveranstaltungen des Jahres zählt Wesolowski die Teilnahme der Bibliothek bei der Kunstnacht im Oktober und die „Erotischen Häppchen“. Sie werden Mitte/Ende August serviert. Absprachen und Verhandlungen dazu laufen noch.

Wie immer aber beginnt der Veranstaltungsreigen in der Bibliothek mit am Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar. Der Historiker und Journalist Thomas Medicus berichtet in einem Bildervortrag über die schleichende Transformierung der Gesellschaft in „Täter“ und „Opfer“ in einer Kleinstadt zwischen 1933 und 1945. Wesolowski macht auf die Aktualität der historischen Analyse in einer Zeit, in der antidemokratische Phrasen wieder gesellschaftsfähig werden, aufmerksam und betont die Kooperation mit dem Hamburger Institut für Sozialforschung und der Hamburger Edition. „Es ist bemerkenswert, dass ein renommiertes Institut in eine kleine Stadt wie Güstrow kommt“, sagt Wesolowski.


Historische Bestände bekannter machen


Neben den Veranstaltungen gehe es darum, in diesem Jahr zunächst den Lese- und Kreativraum bis Mai mit allem Drum und Dran – u.a. ein 3D-Drucker – fertigzustellen. Kinderlesungen werde es noch bis April und dann wieder ab Oktober einmal im Monat am Sonnabendvormittag geben.

Ganz wichtig ist Tilmann Weselowski das Einpflegen der Bestände der historischen Bibliothek in einen Verbundkatalog – ein Projekt, das die Bibliothek gemeinsam mit der Unibibliothek Rostock realisiert. „Die Bestände der historischen Bibliothek sind nicht wirklich bekannt, dabei sind auch ein, zwei Unikate“, berichtet Wesolowski. Die bibliophilen Schätze bekannt zu machen, komme Güstrow insgesamt zugute, denkt er.

Ohne zum jetzigen Zeitpunkt schon konkrete Zahlen vorlegen zu können, sieht Wesolowski eine Konstanz bei der Leserschaft und den Ausleihen in der Güstrower Bibliothek im vergangenen Jahr. Gestiegen sei die Zahl der Besuche von 37 826 auf 39 019. Dahinter sieht er eine erfreuliche Entwicklung der Bibliothek zu einem Aufenthalts- und Lernort für Schüler und Studierende, einem Ort der Begegnung für alle.

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