Güstrows historische Fahrräder : Sie verbindet Liebe zu alten Rädern

<strong>Klaus Kiesewetter</strong> (l.) und Walter Meiser fachsimpeln an einem Oldtimer 'Dürkopp', Baujahr 1923.<foto>christian Menzel</foto>
Klaus Kiesewetter (l.) und Walter Meiser fachsimpeln an einem Oldtimer "Dürkopp", Baujahr 1923.christian Menzel

Fahrräder - alt und faszinierend: Die Gründung eines Vereins für historische Fahrräder in Güstrow gelang nicht, dennoch ist eine erste gemeinsame Ausfahrt auf den edlen Rössern am 6. April geplant.

svz.de von
15. März 2013, 08:42 Uhr

Güstrow | Am Liebsten wären sie gleich losgefahren. Und wer weiß, ohne Schnee hätten sie vielleicht schon eine Runde gedreht. Ein Dutzend Männer und Frauen waren am Donnerstagabend der Einladung von Walter Meiser und Guntram Trost zur Gründung eines Vereins für historische Fahrräder gefolgt. Dafür fand sich zwar keine Mehrheit, aber nun soll nach einem Vorschlag von Wolfgang Rosenow geprüft werden, ob man sich als eigene Abteilung einem Sportverein anschließen kann. Vorgesehen sind gemeinsame Ausfahrten und Veranstaltungen. "Vielleicht schaffen wir es auch uns zu den historischen Fahrrädern die jeweils passende Kleidung zu besorgen. Das würde schon optisch ein tolles Bild ergeben", überlegte Fahrradmechaniker Meiser.

Der Meister hatte im Winter vor zwei Jahren begonnen rund 20 alte Fahrräder, die sich mit der Zeit angesammelt hatten, aufzuarbeiten. Während er Teile zusammentrug und verschraubte, stand ihm Malermeister Erich Meibohm mit Rat und Tat zur Seite, um den jeweils passenden Anstrich zu finden. Als ältestes Stück steht ein Fahrrad der Marke "Wanderer", Baujahr 1917, als wertvollstes eine "Panther", Baujahr 1934, in Meisers Sammlung. Aber er hat auch die Marken "Diamant" und "Mifa" zu bieten. "Wenigstens 30 Jahre sollte ein Fahrrad auf dem Buckel haben, um als Oldtimer anerkannt zu werden", sagte Meiser, der mit "Experten" schon einiges erlebt hat. So habe einer mal eine Schraube an einem Fahrrad moniert, die sich seiner Meinung nach nicht am Original befunden hätte. Meiser antwortete ihm schlagfertig: "Aber die Luft in den Reifen, die ist noch original."

Das erste Treffen nutzten die Freunde alter Fahrräder ausgiebig zum Fachsimpeln. So zeigte Klaus Kiesewetter Fotos seines Oldtimers "Wanderer", Baujahr 1936, der bei Ausfahrten zum 1. Mai oder zum Herrentag immer mit dabei ist. Jörg Müller, der daran gehen will, seine gesammelten Fahrräder aufzuarbeiten, ließ sich von Meiser einige Tipps geben. Prunkstück in Müllers Sammlung sei ein 1943 in Chemnitz gefertigtes Modell "Presto", das über Blattfedern verfüge. "Darin schwebt man wie in einer Sänfte", schwärmte er.

Am 6. April soll es eine erste Ausfahrt auf historischen Rädern geben. Treff ist um 9 Uhr vor Meisers Werkstatt in der Bachstraße 1a. Wer gern mitfahren möchte und keinen Oldtimer besitzt, kann auf die Sammlung von Walter Meiser zurückgreifen. "Das sind keine Museumsstücke. Sie müssen bewegt werden und können gern für die Fahrt ausgeliehen werden", bot er an.

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