Serrahn : „Serrahn ist mein zweites Zuhause geworden“

Gesprächsstoff gab es reichlich: Peter Plotz mit Matthias Kohlstedt und Roland Busse (v.l.)
Gesprächsstoff gab es reichlich: Peter Plotz mit Matthias Kohlstedt und Roland Busse (v.l.)

Jahresfest Höhepunkt der Zelttage in der Sucht-Reha. Festgottesdienst mit 700 Besuchern

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22. Mai 2018, 05:00 Uhr

700 Besucher kamen am Sonntag ins Zelt auf dem Platz vor der Serrahner Kirche. Sie alle besuchten das Jahresfest, das den Höhepunkt der diesjährigen Zelt-Tage bildete. Das Diakonische Zentrum Serrahn, das Serrahner Diakoniewerk, die Kirchengemeinde führten diese gemeinsam mit der Deutschen Zeltmission durch. Eine gute Tradition, die am Pfingstmontag mit einem Gottesdienst ihren diesjährigen Abschluss fand.

Podiumsdiskussion, Konzert, Gespräche und das Nachdenken über das Leben unter dem Motto „Mehr Sein als Schein“ gehörten seit dem Mittwoch zum Programm in Serrahn. „Erstaunlich viele Menschen aus unserer Einrichtung sind bereit, über Lebensfragen nachzudenken“, sagt Frank Lehmann, Assistent der Geschäftsleitung im Serrahner Diakoniewerk. Es sei gut, den Schein nicht zu brauchen. Eine Programmgruppe aus den verschiedenen Organisatoren hatte sich frühzeitig für diese Thematik entschieden. „Inzwischen gibt es in der Aufgabenverteilung und Absprachen eine bewährte Routine und ein großes Engagement von vielen“, weiß Bernd Ballhöfer vom Kirchengemeinderat, der zur Vorbereitung des großen Treffens beiträgt. Als ehemaliger Mitarbeiter im Diakonischen Zentrum stellt er aber auch fest, dass es gut für die Patienten sei, andere Menschen zu erleben, die eine Lebenswende geschafft haben.

Dass es für alkoholabhängige Menschen möglich ist, ohne den teuflischen Verführer zu leben, lebt zum Beispiel Roland Busse aus Schwerin vor. Der 67-Jährige hat nach der Wende eine Therapie in Serrahn gemacht. „Seit 28 Jahren lebe ich jetzt abstinent“, freut er sich. Die erste Zeit sei schwer gewesen, doch man lerne es, ohne das trügerische Getränk zu leben. Peter Plotz, 72, aus Bad Doberan: „Vor 42 Jahren bin ich hier vom Alkohol frei geworden“, berichtet er. Zum Jahresfest komme er gern, weil er hier Ehemalige und viele Bekannte treffe. „Es ist mein zweites Zuhause“, gibt er zu.

Der Kuchelmisser Matthias Kohlstedt betreut seit 2009 als Referent des Suchthilfeverbandes „Blaues Kreuz“ in der Region 35 Selbsthilfegruppen. „Serrahn ist für viele ein Wallfahrtsort“, sagt er. Auch die Gruppe aus Güstrow war in Serrahn dabei. „Hier ist die Frucht meiner Genesung“, stellt Reinhard Strehlow aus Güstrow klar. Aber daneben ist auch ein regelmäßiger Treffpunkt wichtig. Jeden Dienstag gibt es diesen um 18.30 Uhr im Grünen Winkel 5 in Güstrow. Das Jahresfest in Linstow wird es am 17. Juni geben.

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