Trüffel in Lalendorf : Sensationsfund: Trüffel

Ursula Passehl aus Lalendorf brachte ihre Trüffel-Ausbeute aus dem eigenen Garten mit in die SVZ-Redaktion.
Ursula Passehl aus Lalendorf brachte ihre Trüffel-Ausbeute aus dem eigenen Garten mit in die SVZ-Redaktion.

Melanogaster variegatus im Lalendorfer Garten entdeckt. Es handelt sich um einen Erstfund in MV.

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05. September 2015, 06:00 Uhr

Pilze im Wald sind in diesem Jahr eher Fehlanzeige. „Bisher erfolglos“, sagt Ursula Passehl aus Lalendorf. Dafür aber machte sie im eigenen Garten einen überraschenden Fund: Trüffel. Ganz exakt handelt es sich um die Bunte Schleimtrüffel (Melanogaster variegatus) und sie ist zum ersten Mal in Mecklenburg-Vorpommern aufgetaucht, das bescheinigte der Pilzsachverständige Klaus Warning aus Bützow der Lalendorferin.

Ursula Passehl hatte im Garten zu tun und beförderte den Pilz mit der Gartenkralle, mit der sie den Boden unter Sträuchern auflockerte, zu Tage. „Ich dachte gleich an Trüffel“, berichtet die Lalendorferin. Neugierig machte sie sich an die Recherche, fand auch die gewünschten Informationen im Internet, aber keine 100-prozentig Bestätigung ihres Verdachtes. Ein Zweifel blieb, also wandte sie sich an den Bützower Pilzsachverständigen. Auch der sei sich zunächst nicht sicher gewesen und habe anderen Experten-Rat eingeholt. Eine ganze Zeit lang habe sie warten müssen, erzählt Ursula Passehl. Nun aber wisse sie, dass sie mit ihrer Vermutung richtig lag. Und: Der Instinkt des passionierten Pilzsammlers war geweckt. Wo ein Pilz wächst, müssten doch auch weitere sein. In dieser Woche fand sie wieder zwei Exemplare, wenn auch kleinere, in ihrem Garten.

Einen kleinen Wermutstropfen hat die Sache allerdings: Die Bunte Schleimtrüffel ist nur bedingt essbar. Nur im zarten Alter geerntet ist Melanogaster variegatus unbedenklich zu genießen. „Er muss innen noch fest sein. Ist er älter, wird er schleimig, wie es der Name schon ausdrückt“, erklärt die Lalendorferin und ist fest entschlossen zu probieren. Wie die Schleimtrüffel nun nach Mecklenburg gekommen ist, darüber könne man nur mutmaßen. Ob es dem Klimawandel zuzuschreiben ist? Vielleicht war es aber auch ein Rhododendron, der den Pilz mit in den Lalendorfer Garten brachte, spekuliert Ursula Passehl.

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