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Kronskamp/Lüssow : Sehr späte Ernte, aber mehr Mais

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Landwirte in der Region kämpfen zum Ernte-Schluss mit Regen und aufgeweichten Feldern

„Die Ernte in diesem Jahr war vom ersten Tag wegen der Witterungsverhältnisse schwierig“, sagt Ralf Kocher, Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Milchhofs „Am Recknitztal“ Kronskamp. Wenn er in diesen vergangenen verdrießlichen Tagen auf seine Mais-Schläge blickt, hat sich das immer noch nicht geändert. Denn unisono sind die Landwirte auch zum Abschluss des Erntejahres mit der Maisernte nicht ganz zufrieden. Peter Brandt, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Güstrow: „Durch das Wetter hat sich der Beginn der Ernte um drei bis vier Wochen verschoben. Das wiederum gefährdet die Fruchtfolge, wenn Bauern ihre abgeernteten Maisfelder nicht mehr mit Winterweizen bestellen können.“

Fruchtfolge wegen des Zeitverzugs in Gefahr

„Der viele Regen war schuld“, resümiert Ralf Kocher. Der habe nicht nur für einen verspäteten Erntebeginn gesorgt, sondern auch dafür, dass die Häcksler und Traktoren teilweise gar nicht auf die Schläge kamen bzw. sich festfuhren. „Das hat Zeit ohne Ende gekostet“, so der Geschäftsführer, der aber dem Nachbarn in Breesen geholfen hat, ein weiterer Zeitfaktor. Ende vergangener Woche hatte der Milchhof von 215 Hektar, der Hälfte der Anbaufläche, den Mais gehäckselt. „Wenn es jetzt trocken bleibt, sind wir in zehn Tagen fertig“, prognostizierte er am Donnerstag, wusste aber schon vom Sturm- und Regenwochenende… Ralf Kocher will die nächsten Wochen trotzdem nutzen, um auf 100 Hektar Mais Winterweizen zu drillen. 40 Hektar sind schon mit dem Getreide bestellt. Passiert das nicht, muss er eventuell auf Sommerweizen umstellen oder sogar wieder Mais anbauen. Damit hält er aber die Fruchtfolge nicht. „Damit wäre klar, dass die erwarteten Erträge nicht kommen“, sagt er. Geht es aber noch schlimmer? Kocher: „Ja, wenn früher Frost kommt. Dann sind die 1000 Punkte voll.“ Positives gibt es auch, denn die Erträge sind besser. „Ich schätze, dass sie um 20 Prozent höher liegen“, sagt er. Der Milchhof erntet den Mais zu 100 Prozent für die 700 Milchkühe. „Mit der Menge haben wir eine gesicherte Futterbasis“, nennt er einen weiteren positiven Fakt.

Lars Lück, Geschäftsführer der Agrofarm Lüssow eG, hat den Mais von seinen 300 Hektar bereits im Silo, allerdings unter genauso schwierigen Bedingungen. Warum er trotzdem mit der Ernte fertig ist? Lück: „Wir hatten das Glück, dass es bei uns nicht ganz so viel geregnet hat.“ Auf den Mais-Schlägen hat die Agrofarm Triticale und Winterweizen gedrillt. Die Fruchtfolge ist somit eingehalten. Wie Kocher kann auch Lück einen erhöhten Ertrag melden. Er beziffert ihn auf 45 bis 47 Tonnen pro Hektar, ansonsten sind es im Durchschnitt 40 Tonnen. Peter Brandt schätzt sogar, dass es in einigen Unternehmen bis zu 55 Tonnen werden können. Lück erntet wie Kocher den Mais ausschließlich für die 860 Milchkühe. Erst für nächstes Jahr hat er einen Vertrag mit dem Biogasanlagenbetreiber Nawaro über 100 Hektar Mais



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