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Bürgermeisterwahl in Laage : „Sehr guten Ist-Zustand erreicht“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Bürgermeisterwahl in Laage: Kleiner Stadtrundgang mit der CDU-Kandidatin Kathrin Röwert (40).

von
erstellt am 12.Sep.2017 | 05:00 Uhr

Kathrin Röwert steht auf dem vollgeparkten Markt in Laage und blickt zum Rathaus. Hier möchte die 40-jährige Juristin rein. An einem der Laternenmasten auf dem Marktplatz hängt ihr Wahlplakat. „Es geht um Laage“ hat sie sich als Spruch für die Bürgermeisterwahl am 24. September in der Recknitzstadt gewählt. „Laage ist für mich und meine Familie seit Jahren der Lebensmittelpunkt“, erzählt die CDU-Bürgermeisterkandidatin, die in Neu Heinde lebt. „Laage liegt mir am Herzen. Es ist mir nicht egal.“ Und noch etwas ist ihr wichtig: „Mein Foto auf dem Plakat ist nicht mit Photoshop bearbeitet, sondern ganz natürlich. So sehe ich aus“, sagt sie und lacht.

Kathrin Röwert dreht sich um, setzt sich auf die Bank vor der Bäckerei Stern. „Hier sitze ich oft mit meinen Jungs und esse Eis“, sagt sie. Ihre Jungs, das sind Johann und Friedrich, sieben und zehn Jahre alt. „Die Bäckerei Stern ist ein sozialer Mittelpunkt in der Stadt“, stellt sie fest und schildert ihre Vorstellungen, wie man die Laager Innenstadt und den Marktplatz noch mehr beleben könnte. „Das ist kein neues Thema, aber eines, an dem ich dran bleiben will“, sagt Kathrin Röwert. Sie lobt das „Mondschein-Shopping“ des Gewerbevereins als eine „gute Aktion, um Leute in die Stadt zu locken“. Zudem hofft die 40-Jährige, dass in der Baulücke auf dem Markt schräg gegenüber dem Rathaus demnächst ein Ärztehaus entsteht.

Kathrin Röwert schlendert weiter zum Ziegenmarkt. Ihre schicke Handtasche dabei immer lässig über der Schulter hängend. „Hier ist es wirklich schön“, sagt sie. Sie möchte den vakanten Bürgermeisterposten besetzen, „damit Laage auch eine lebenswerte Stadt bleibt“. „Laage muss weiter gut geführt werden. Auch die elf Ortsteile sind sehr lebendig. Das will ich erhalten.“ Seit zehn Jahren ist die in Rostock geborene Kathrin Röwert in der CDU, seit 2014 Geschäftsführerin der CDU im Landkreis. In einer Gemeindevertretung oder in der Laager Stadtvertretung war sie bisher nicht aktiv. Doch ihre politische Einstellung und Zielstellung hat sie für sich klar ausdefiniert.

An erste Stelle setzt sie das Soziale. „Familie, Kinder und die ältere Generation“, sagt Kathrin Röwert. „Wir müssen weiter an Baugebieten für junge Familien dranbleiben.“ Zudem müsse Laage noch seniorenfreundlicher gestaltet werden. Sie weist auf das Kopfsteinpflaster unter ihren Füßen. „Das ist schwer mit dem Rollator. Ich habe ein offenes Ohr und Auge für unsere Senioren.“ Beim seniorengerechten Wohnen sei Laage schon gut vorangekommen. Um die Mobilität der Senioren in den Ortsteilen zu verbessern, regt sie einen Shuttle-Service an. Der Recknitz-Campus liegt ihr besonders am Herzen. „Unheimlich wichtig für Laage“, nennt sie die Schule. Ihre beiden Kinder gehen hierhin. „Sie fühlen sich dort sehr wohl. Wir als Eltern sind glücklich darüber.“ Kathrin Röwerts Mann ist Landwirt in Neu Heinde. Mutterkuhhaltung und Ackerbau.

Die Wirtschaftsförderung will Kathrin Röwert so weiterführen, wie in den vergangenen Jahren bereits geschehen, erklärt sie, während sie auf der Breesener Straße stadtauswärts geht. „Neuansiedlungen in Gewerbegebieten sind immer willkommen. Aber vor allem will ich das bestehende Gewerbe vor Ort unterstützen und fördern, wo es geht. Das, was da ist, muss erhalten bleiben“, führt sie aus.

Ein weiteres großes Thema sind für Kathrin Röwert Radwege. Jüngst war sie auf der Fahrraddemo von Kronskamp nach Güstrow dabei. „Vorhandene Radwege halten und vernetzen und neue bauen“, formuliert sie ihre Forderung. Vor allem neue Radwege zwischen Laage und Güstrow sowie zwischen Laage und Teterow seien ganz wichtig. „Allein schon für die Kinder. Radwege haben einen hohen sozialen Stellenwert“, ist Kathrin Röwert überzeugt.

An der Bushaltestelle in der Breesener Straße bleibt sie stehen. „Hier müsste unbedingt sauber gemacht werden. Immer ist alles verdreckt“, sagt sie. Ansonsten hat sie bei dem Rundgang in der Stadt nicht viel zu bemängeln. „Wir haben in Laage einen sehr guten Ist-Zustand. Nirgendwo gibt es ein so großes Defizit, das unmittelbar auf den Nägeln brennen würde“, sagt die CDU-Bürgermeisterkandidatin. Klassisch konservativ setzt Kathrin Röwert auf Beständigkeit, wendet sich lieber dem Bewährten zu, bevor sie auf jeden neuen Trend aufspringt. „Ich bin konservativ“, unterstreicht die passionierte Jägerin. „Das bedeutet aber nicht, dass ich rückwärtsgewandt bin“, schiebt sie hinterher. „Ich bin sehr heimatverbunden, lege Wert auf Familie und Erziehung. Das mögen manche als altmodisch bezeichnen“, gibt sie sich selbstbewusst. Als Jägerin pflege sie zudem alte Traditionen. „Dabei fühle ich mich wohl“, sagt sie.

Zurück auf dem Laager Markt schießt Kathrin Röwert der Wahltermin durch den Kopf. Sie rechnet sich gute Chancen aus. „Aber das ist schwer vorherzusagen.“ Die Bürgermeisterwahl sei eine reine Personenwahl. „Die Leute gucken nicht auf das Parteibuch. Es geht darum, was für Laage am besten ist und wer es am besten kann.“

 

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