Linstow : Schwieriger Start in die Saison

Gut besucht war die Museumsscheune, als Johannes Herbst mit Uta Rüchels Lesung die Saison im Umsiedlermuseum eröffnete.
Gut besucht war die Museumsscheune, als Johannes Herbst mit Uta Rüchels Lesung die Saison im Umsiedlermuseum eröffnete.

Museumstag in Linstow: Wolhynier-Heimatverein muss Stelle für Fachkraft neu ausschreiben.

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20. Mai 2019, 05:00 Uhr

„Verschwiegene Erbschaften“ heißt der Titel eines Buches, für das die Soziologin Uta Rüchel Schatten- und Langzeitwirkungen der Flüchtlingsproblematik von 1945 und 1989 in betroffenen Familien in Ost und West recherchiert hat. Daraus las die 51-Jährige am Sonntag zur Saisoneröffnung im Wolhynier-Umsiedlermuseum, steht doch der Ort exemplarisch für Flucht und Vertreibung.

Der Saisonstart stand unter schwierigem Vorzeichen für den Heimatverein Linstow. 20 Mitglieder habe der Verein in den letzten zwei Jahren verloren, meistens durch Tod, beklagt Johannes Herbst, der Vorsitzende. Zur Wendezeit waren es noch 40 echte Wolhynier, heute leben mit Ernst Reimann, Irma Wegner und Gustav Ölke noch drei in Wolhynien Geborene in Linstow. Die jetzt rund 65 Vereinsmitglieder wohnten zu mehr als zwei Dritteln gar nicht vor Ort.

Schwer wiegt für den Verein auch der Verlust seiner museumspädagogischen Kraft. Erst vor anderthalb Jahren Dank Fördermittel gewinnen können, fehlte diese erkrankt schon seit längerer Zeit und beendet das Arbeitsverhältnis zum Monatsende. „Wir werden die Stelle neu ausschreiben“, kündigt Johannes Herbst an, wohl wissend, dass sie nicht so einfach zu besetzen sein wird. Aber der Verein habe noch Geld angespart und könnte die Stelle noch bis Mitte des nächsten Jahres bezahlen.

Trotz der Umstände wollen die Vereinsmitglieder weiter für Leben auf dem Museumshof sorgen. Ab sofort werde wieder Sonnabend- und Sonntagnachmittag geöffnet. Und beginnend am 19. Juni wird bis in den September jeden Mittwoch ab 14 Uhr zum Familiennachmittag mit Führung, Gespräch und Kinderbeschäftigung eingeladen. Urlauber und Einheimische sind willkommen. Johannes Herbst: „Von ,Demokratie leben’ gefördert, haben wir auch einige Spielsachen gekauft. Ich bin gespannt, wie es angenommen wird.“

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