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Landgut Karcheez GbR : Schweinemast: alte Pläne vom Tisch

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Die von der Landgut Karcheez GbR geplante Schweinemast ist vom Tisch. Der Investor der Anlage stellte nun den Gemeindevertretern eine abgespeckte Variante vor. Statt 6000 Tiere sollen es nur noch 2400 sein.

svz.de von
erstellt am 31.Aug.2012 | 10:26 Uhr

Karcheez | Die von der Landgut Karcheez GbR geplante Schweinemast- bzw. Jungsauenzuchtanlage mit 6144 Tierplätzen ist vom Tisch. Auf der Sitzung der Gemeindevertretung von Gülzow-Prüzen stellten die Investoren jetzt eine wesentlich abgespeckte Variante ihres Vorhabens vor. Danach soll zwischen Karcheez und Hägerfelde eine Anlage für 1600 Mastplätze plus Raum für 800 Ferkel geschaffen werden. Anstelle der geplanten vier Ställe soll nun nur einer gebaut werden.

Seit Bekanntwerden der Pläne einer Mastanlage mit mehr als 6000 Plätzen herrschte Eiszeit zwischen der Gemeinde und den Investoren. In Karcheez hatte sich eine Bürgerinitiative gegen das Vorhaben gebildet (SVZ berichtete). Die Kommune hatte das gemeindliche Einvernehmen Ende März versagt und mit der Verhängung einer Veränderungssperre für das betreffende Gebiet im Juni noch eine Schippe draufgelegt. "Wir wollten unser kommunales Selbstbestimmungsrecht erhalten und verhindern, dass das von uns verweigerte gemeindliche Einvernehmen durch eine Behörde erteilt wird", verteidigte Bürgermeister Karl-Heinz Kissmann das Vorgehen.

Parallel dazu, so Philipp Rathjen von der Landgut Karcheez GbR, hätten auch die Investoren nach neuen Wegen gesucht. Ausschlaggebend sei gewesen, dass sich in den drei Jahren, die das Projekt bereits diskutiert werde, die Finanzkrise ausgewirkt und sich Absatzkanäle für Jungsauen geändert hätten. Einen weiteren Grund nannte Dr. Anja Ober-Sundermeier vom beteiligten Planungsbüro. Demnach habe auch die Naturschutzbehörde das Vorhaben in der ursprünglichen Größe abgelehnt, weil der in der Nähe liegende Wald als FFH-Schutzgebiet eingestuft worden sei.

In der Neuvorstellung des Projektes ging Ober-Sundermeier auf bisher strittige Punkte ein. So versicherte sie, dass die geltenden Standards für Geruchsimmissionen nicht überschritten würden. Ein wesentlicher Konfliktstoff hatte sich aus der Nutzung der Hägerfelder Straße für Transporte ergeben. Die Planerin rechnete vor, dass pro Woche je ein Ferkel- und ein Jungsauentransport stattfinden würden. Dazu kämen eine Fahrt für die Tierkörperbeseitigung und ein bis zwei Transporte für die Anlieferung von Getreide und anderen Futtermitteln. "Problematischer ist es mit der Gülle", räumte sie ein. Da fielen pro Jahr zirka 2900 Kubikmeter an, deren Ausbringung sich auf je zwei Wochen im Frühjahr und Herbst verteilen würde. "Nicht alles geht über die Straße, weil Gülle auch auf angrenzende Ackerflächen ausgebracht wird", versicherte sie und betonte: "Die Gülle wird vor Ort verarbeitet, es wird keinen Gülle-Tourismus geben." Zum Thema "Straße" empfahl sie der Gemeinde, mit dem Investor einen öffentlich-rechtlichen Vertrag über die Nutzung und Bewirtschaftung der Straße abzuschließen. Ein Vorschlag: Auf der 3,4 Kilometer langen Strecke sollten Ausweichtaschen angelegt werden, um Begegnungsverkehr zu ermöglichen.

Investor Rathjen betonte zum Schluss den Kreislaufcharakter des neuen Projektes. So würden die jeweils 800 Ferkel aus dem GbR-Standort Prüzen kommen, ein Zukauf von 25 Kilo schweren Tieren, wie bislang geplant, entfalle damit.

Bürgermeister Kissmann, selbst erklärter Gegner der großen Anlage, nahm die neuen Aspekte zur Kenntnis. Eine Antwort könne die Gemeindevertretung noch nicht geben, weil es Beschlüsse gebe und die neuen Pläne erst geprüft werden müssten, erklärte er.

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