Landwirtschaft : Schweinehalter und Jäger gefragt

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Bauernverbände warnen vor der afrikanischen Schweinepest / Landwirte in Region gehen optimistisch in Frühjahrsbestellung

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10. März 2014, 16:32 Uhr

Vier Wochen früher als in anderen Jahren beginnt im Norden die Frühjahrsbestellung. Matthias Hantel, Vorsitzender des Bauernverbandes Güstrow, Armin Lüth, stellvertretender Vorsitzender des Regionalbauernverbandes Bützow, und seine Mitstreiter, Detlef Lindemann, Geschäftsführer des Bauernverbandes Bad Doberan, und Klaus Zeplien, Vorsitzender des Regionalbauernverbandes Bad Doberan, geben eine optimistische Prognose für die beginnende Frühjahrssaison 2014 im Landkreis Rostock ab. Der diesjährige Saisonbeginn sei völlig anders als 2013.

„In diesem Jahr war die Vegetation Ende Februar schon so weit wie sonst Anfang Mai“, sagt Klaus Zeplien. Raps und Wintergerste hätten den Winter gut überstanden. „Die Bestände sind gut über den Winter gekommen“, sagt auch Hantel. „Und das Wetter sieht jetzt gut aus. Es herrschen optimale Bedingungen für die Düngung und die Frühjahrsbestellung.“ Was jedoch fehle sei Regen. „Es ist gerade sehr trocken.“

Armin Lüth berichtet, dass die Düngungsarbeiten angelaufen wären. Überall werde Stalldung und Gülle auf die Felder gebracht. Es gebe wenig Staunässe. Die Ackerflächen seien gut befahrbar. „Wir hoffen, dass es keinen Wintereinbruch mehr geben wird. Den langen Winter des vergangenen Jahres haben wir noch nicht vergessen.“

Trotzdem sei das vergangenen Jahr gut gelaufen. „Wir konnten sehr gute Erträge erreichen“, sagt Matthias Hantel. Auch die Milchbauern erzielten kostendeckende Preise. „Alle Milchüberschüsse gehen zur Zeit in den Export“, so Armin Lüth.


Schweinepest mit Sorge erwartet


Die Vertreter der Bauernverbände erwarten mit Sorge die afrikanische Schweinepest, die von Polen aus im Anmarsch sei. Die Bauernverbände rechnen damit, dass sie im Sommer im Nordosten Mecklenburg-Vorpommern erreichen wird. Einige Bauern würden schon jetzt Schutzmaßnahmen gegen die Seuche ergreifen. Die Virusübertragung ist besonders durch Wildschweine möglich, so Armin Lüth. Auch durch Tiertransporte könnte die Schweinepest verbreitet werden. Die Bauernverbände appellieren an die Jäger, jedes geschossenen Wild genau überprüfen zu lassen. „Der Schwarzwildbestand ist sehr hoch. Die Bauern müssen jetzt mit den Jägern zusammenarbeiten, um das Schlimmste zu verhindern“, sagt Matthias Hantel.

Auch die Schweinehalter und Fernfahrer von Mast- und Schlachtschweintransporten sollten die Weisungen für Seuchenhygiene einhalten. Für den Menschen ist die Schweinepest ungefährlich. Für die Bauern kann sie aber existenzbedrohend sein, denn wenn ein Tier betroffen ist, muss der ganze Bestand getötet werden.





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