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Brinckmangymnasium Güstrow : Schüler verlieren "geilen" Schulhof

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Der Landkreis Rostock verkauft einen Teil des Schulhofs des Brinckmangymnasiums in Güstrow für eine neue Promenade. Frust bei den Lehrern: Denn die Schule wurde nicht einmal gefragt.

svz.de von
erstellt am 03.Feb.2013 | 06:15 Uhr

Güstrow | "Wie verlieren einen geilen Schulhof", sagen Güstrower Brinckman-Gymansiasten. Auch Lehrer schimpfen. Worüber? Über die neue Promenade, die in diesem Jahr im südlichen Teil der Güs trower Stadtmauer gebaut werden soll. Schüler und Lehrer sind total enttäuscht über die Entscheidung. Denn: Durch diese neue Promenade von der Schlossbrücke bis zum Nachtigallenberg entlang des Pfaffenbruchs muss das Gymnasium den schönsten Teil seines Schulhofes opfern. Das ist seit Donnerstag Fakt. Der Hauptausschuss beschloss einstimmig den Erwerb und den Verkauf von Grundstücken sowie Wegerechten für den Neubau dieses Uferweges. Eines der fünf Flurstücke ist der Teil des Schulhofes, der bis zum Pfaffenbruch reichte. "Ein einmaliger und besonderer Schulhof", wie es Generationen von Gymnasiasten feststellten. Das ist nun vorbei. Dem Gymnasium bleibt noch der obere Teil des Hofes. Der wird mit einem Zaun und einem Tor abgeschlossen. Das Tor kann zwar jederzeit geöffnet werden. Aber daraus ergibt sich jetzt schon ein Sicherheitsproblem. Erstens würden die Schüler während des Unterrichts das Schulgelände verlassen. Zweitens: Was ist, wenn Fremde die Möglichkeit nutzen das Schulgelände zu betreten?


Der Stadtentwicklung nicht im Weg stehen

Diese zwiespältige Situation räumt auch Sabine Stelley, Leiterin des Schulverwaltungsamtes der Kreisverwaltung ein. Im gleichen Zusammenhang zeigt sie Verständnis dafür, dass die Schüler und Lehrer über diese Entscheidung nicht "Hurra" gerufen hätten, denn sie würden eine "schöne, grüne Ecke verlieren".

Besonders sind die Schüler und Lehrer aber enttäuscht, dass mit ihnen überhaupt nicht gesprochen wurde. Seinen Namen zu der Kritik wollte allerdings keiner gegenüber unserer Zeitung hergeben. Teils aus Angst, aber mehr deshalb, weil alle Messen gesungen sind und es sowieso keinen Zweck mehr hat. Außerdem sitzt der Frust zu tief, die Nutzer nicht einmal gefragt zu haben, was sie zum Veerkauf des Grundstückes zusagen gehabt hätten.

Landkreis-Dezernet Rainer Boldt gibt auf SVZ-Nachfrage zu, dass die "Kommunikation nicht abgewogen genug" gewesen sei. "Das Bedauern wir auch", sagt er. Im gleichen Atemzug erklärt er, warum es aber sowieso keine andere Entscheidung gegeben hätte. "Wir mussten abwägen zwischen einem Schulhof und einem seit vielen Jahren und mit der Bewerbung für die Landesgartenschau wieder konkret gewordenen Vorhabens zur Stadtentwicklung", so Boldt. Hätte der Landkreis das Grundstück nicht verkauft, wäre das Vorhaben gescheitert, denn alle anderen Grundstückseigentümer erklärten sich bei diesem neuerlichen Anlauf bereit, den Bau der Uferpromenade zu gestatten.

Einstimmigkeit im Hauptausschuss für den Bau

Auch der Hauptausschuss erklärte sich einstimmig für den Bau. Bürgermeister Arne Schuldt erinnerte daran, dass der Plan bereits seit anderthalb Jahrzehnten im Gespräch sei und jetzt das erste Mal alle Grundstückseigentümer das Vorhaben mittragen würden und auch finanzielle Klarheit bestehe. Hartmut Reimann (SPD) meinte ebenfalls, dass die Gelegenheit beim Schopfe gepackt werden müsse, weil zum ersten Mal alle Anlieger in einem Boot sitzen würden. Reimann: "Ein Glücksfall, den wir nutzen müssen." Einher mit diesem Vorhaben, das noch in diesem Jahr realisiert wird, geht eine mittelfristige Planung für die Erneuerung des Spielplatzes auf dem Nachtigallenberg. Das wollte Sascha Zimmermann (FDP) wissen und erhielt es vom Bürgermeister bestätigt. Der Weg wird 350 Meter lang. Auf Sitzbänken kann man verweilen. Auf einen geplanten Steg wird verzichtet. Die Kosten betragen 213 000 Euro. 153 000 Euro erhält die Stadt aus dem EU-Programm.

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