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Landeswettbewerb Plattdeutsch : Schüler up Platt erfolgreich

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Plattdeutsch-Landeswettbewerb: 1. Preis für Kerstingschule, Sonderpreis für Wossidloschule, 3. Preis für Nelly Juckel (Recknitz-Campus).

Große Freude in der Georg-Friedrich-Kersting-Grundschule Güstrow. Beim Landesfinale des Plattdeutschwettbewerbs hat die Gruppe von Dritt- und Viertklässlern mit ihrer Lehrerin Hannelore Pächnatz den 1. Preis bei den Grundschülern gewonnen (wir meldeten kurz). Die Zehntklässler aus der Richard-Wossidlo-Schule erhielten einen Sonderpreis. Freude auch am Recknitz-Campus in Laage: Nelly Juckel errang in der Wettbewerbsgruppe 5. bis 9. Klassen einen 3. Preis.

In der Kerstingschule hatte sich der Erfolg der sieben Schüler am Montag wie ein Lauffeuer herumgesprochen. Zu einem kurzfristig angesetzten Termin führten die Schüler ihr preisgekröntes Programm in einer Pause vor den Lehrern auf. In den nächsten Tagen wird es auch in den Klassenstufen gezeigt. „Alle Schüler haben ihr Bestes gegeben und so haben wir den Sieg errungen“, freut sich Lehrerin Hannelore Pächnatz. Sie unterrichtet die Kinder eine Stunde in der Woche im Fach Niederdeutsch. Zum Landeswettbewerb in Schwerin, für den sich zirka 100 Schüler über vier Regionalwettbewerbe qualifiziert hatten, zeigten sie ihr Programm, mit dem sie auch schon beim Vorausscheid in Güstrow erfolgreich waren. Das besteht aus einem in Plattdeutsch vorgetragenen Rundgang durch die Barlachstadt – den Text dazu hat die Lehrerin geschrieben –, aus einem Interview zur Schule, aus dem Lied „Minschen ut’n Norden“ und der Rezitation des Gedichts „Wo die Ostseewellen trecken an den Strand“.

Der Erfolg hat eine kleine Euphorie in der Gruppe ausgelöst. Neben der Verwendung des Preisgeldes machen sich die Schüler auch Gedanken, wie die niederdeutsche Sprache besser gefördert werden könnte. So hat Franziska Kieslich angeregt, den Mittwoch künftig zum Plattdeutschtag in ihrer Familie zu erklären. Auch mit der Oma aus Rostock will sie an dem Tag nur auf Platt telefonieren.

Sveva Kruthoff macht sich Gedanken, wie es nach der Grundschule weitergeht mit dem Niederdeutschen. „Für die 5. und 6. Klasse werde ich in die Wossidloschule wechseln, dort wird ja auch Plattdeutsch unterrichtet. Aber wie wird das auf dem Gymnasium sein?“, fragt sich die Viertklässlerin. Kultusminister Mathias Brodkorb, der den Schülern persönlich gratuliert und die Urkunde ausgehändigt hatte, versprach Maßnahmen zur Förderung der Minderheitensprache. „Konkret wurde er nicht, wir sind gespannt“, sagt Lehrerin Pächnatz.

Auch in der Wossidloschule war die Freude groß. „Es war ein großes Fest der niederdeutschen Sprache im Goldenen Saal des Neustädtischen Palais in Schwerin. Und die Konkurrenz im Grundschulbereich war hammerhart“, bestätigt Kerstin Lorenz, Lehrerin und Beraterin für Niederdeutsch im Schulamt Rostock. Leider hatte ihre zehnte Klasse aus der Wossidloschule keine Mitbewerber in ihrer Wertungsgruppe. „Schade, denn dafür können wir ja nichts. Sonst hätten wir vielleicht auch Aussichten auf einen 1. Preis gehabt“, bilanziert sie und berichtet, dass die Gruppe dennoch sehr zufrieden mit dem Sonderpreis ist.

Wie Nelly Juckel aus Laage, die in ihrer Altersgruppe als Solistin gegen fünf Teams antreten musste und den 3. Preis feierte. Für eine Gedichtinterpretation hatte sich die Fünftklässlerin einen niederdeutschen Text gesucht und damit ihre Deutschlehrerin Christel Christ beeindruckt. Diese meldete die Schülerin zum Plattdeutsch-Wettbewerb an. Und Nelly holte nicht nur den Sieg beim Regionalausscheid in Güstrow, sondern machte auch eine prima Figur beim Landeswettbewerb in Schwerin.

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