Güstrow : Schüler sind Wölfen hautnah auf den Fersen

Die Filmemacher vor der Ausstellung über die Wölfe im Nup, die sie ebenfalls gestaltet haben.
Die Filmemacher vor der Ausstellung über die Wölfe im Nup, die sie ebenfalls gestaltet haben.

Güstrower Schüler verwirklichten Filmprojekt „Isegrim in unserer Heimat“ / Gestern Vorstellung im Natur- und Umweltpark Güstrow

svz.de von
12. Dezember 2013, 06:00 Uhr

Der rote Teppich fehlte, aber sonst war es schon wie bei einer richtigen Filmpremiere, als gestern Nachmittag im Natur- und Umweltpark Güstrow (Nup) das Filmprojekt „Isegrim in unserer Heimat. Den Wölfen auf der Spur“ vorgestellt wurde. Die Darsteller und Macher des unter der Regie des Güstrower Jugendklubs „Alte Molkerei“ entstandenen Films kamen aus der Klasse 9b der Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen und aus der 6c der Schule am Inselsee.


Natur- und Umweltpark will „Carniversum“ aufbauen


Eigentlich angefangen hatte alles mit dem Filmprojekt „Oskar auf der Suche“, das der Jugendklub, der Filmklub Güstrow und die Förderschule im vergangenen Jahr über die Braunbären realisiert hatten. Von Nup-Geschäftsführer Klaus Tuscher kam nun die Anregung, einen Film über Wölfe zu drehen. Hintergrund ist, dass sich der Nup Gedanken über den Aufbau eines „Carniversums“ – ein Informations- und Bildungszentrum zu heimischen Raubtieren – macht. Ein Problem war zunächst die Finanzierung des Filmprojektes. „Wir wussten, dass es ein bei Bundesverbänden angesiedeltes Förderprogramm ‚Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung’ gibt. Also haben sich die beiden Schulen, der Nup und der Filmklub zu einem Bündnis zusammengeschlossen und die Projektförderung beim Bundesverband Jugend und Film beantragt“, erklärte Jugendarbeiterin Heike Mittelstädt. Der Deal gelang und mit einer Förderung von 8300 Euro konnten die Dreharbeiten ab September in mehreren Projektgruppen beginnen.

Wie ein roter Faden ziehen sich dabei Interviewfragen zur Sozialstruktur der Wölfe, zu ihren Lebensgewohnheiten, aber auch zu Problemen, die Schäfer mit dem Isegrim haben, durch den Film. „Es hat wirklich großen Spaß gemacht und wir haben viel gelernt“, so Celina Schmidt, die erklärte, wie das Casting der Kameraleute verlief. „Jeder hat die Kamera genommen und einige Schwenks geübt. Wer die ruhigste Hand hatte, wurde Kameramann“, erzählte sie. Während des Films verwirklichten die Schüler ihre Ideen zum Thema Wolf. So wurden eine Power-Point-Präsentation und eine Ausstellung erarbeitet, nahmen Schüler Pfotenabdrücke, porträtierten einzelne Wölfe, entwickelten ein Memoryspiel oder entwarfen ein T-Shirt. Von dessen Rückseite grüßt ein cooler Spruch: „Alle Kinder haben einen Hund, außer Rolf, der hat einen Wolf“. Die Lehrerin Susanne Faix schrieb sogar einen Song über den Wolf und nahm ihn gemeinsam mit Ann-Katrin Schmidt aus der 9b auf.

Klaus Tuscher zeigte sich gestern nach der Präsentation überwältigt von den vielen Ergebnissen des Projektes. „Der Film wird mithelfen, mit dem negativen Image, das dem Wolf nachgesagt wird, aufzuräumen“, versicherte er. So soll die von den Schülern erarbeitete Ausstellung bald im Nup gezeigt werden. Auch die anderen Projekte seien gute Argumente, um an der Idee eines Carniversums festzuhalten. Tuscher lud die jungen Filmemacher als Dank zu einem Abenteuer-Wolfstag im Nup ein. Heike Mittelstädt regte an, dass auch weitere Einrichtungen – Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie, Bund für Umwelt und Natur Deutschlands und andere – das während des Projektes entstandene Material nutzen sollten.

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