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Güstrower Anzeiger

11. Dezember 2017 | 14:25 Uhr

Projekt : Schüler entdecken Musik

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Rund 30 Schüler lernen die Musikszene Güstrows kennen – und werden selbst Teil von ihr

Kraftvoll trommelt Lena auf das Schlagzeug und es gelingt ihr immer, besser den Takt für ihre Klassenkameraden an Gitarre, Mikrofon und Bongos vorzugeben. Genau wie diese hat Lena noch nicht sehr viel Erfahrung mit Instrumenten, aber im Proberaum des Güstrower Jugendklubs Alte Molkerei am Ulrichplatz hat sie Gelegenheit, sich auszuprobieren.

Die Proben sind Teil eines Projektes der Förder- und der Inselseeschule sowie des Jugendklubs. Die insgesamt 27 Jungen und Mädchen – 22 Inselsee- und fünf Förderschüler – schreiben eigene Lieder, die sie im Studio aufnehmen, und sie führen Interviews mit regionalen Bands, die später zu einem Film zusammengeschnitten werden. Außerdem werde es zum Ende des Projektes im November eine gemeinsame CD und ein Konzert geben, erzählt Klubleiterin Heike Mittelstädt. „Für die Entwicklung der Schüler ist das Lernen außerhalb des Klassenzimmers wichtig – es gibt dem Selbstbewusstsein einen enormen Schub“, erklärt Förderschullehrer Burkhard Mende, der seine fünf Schützlinge nicht nur moralisch sondern auch an der Gitarre tatkräftig unterstützt.

Im Moment werde noch viel herumprobiert und geschaut, zu welchem Schüler welches Instrument am besten passen könnte. „Ich habe mich mal an der Gitarre versucht, aber das war langweilig – mir gefällt das Schlagzeug am besten“, sagt Lena, die an den Trommeln in ihrem Element zu sein scheint. Tobias indes mache das Gitarrespielen am meisten Freude. Dagegen ist Hendrik noch auf der Suche nach seinem Platz in der Band. „Ich würde gerne rappen“, sagt der Siebtklässler.


Gut fürs Selbstbewusstsein


Da ist er bei Tom Oehlke und Oliver Marohn an der richtigen Adresse. Im Studio nebenan produzieren die beiden Hip-Hop-Musiker den Jugendmusiksampler „Poesiealbum“ des Jugendklubs. „14 Bands unterschiedlicher Genres werden auf dem Sampler vertreten sein – von Pop über Hip Hop und Rock bis hin zum iranischen Schlager ist hier alles vertreten“, sagt Oliver Marohn. Die 21 und 22 Jahre alten Güstrower unterstützen die Schüler gerne bei ihrem Projekt, da ist für einen kleinen Rap-Kurs mit Hendrik sicher auch einmal Zeit.

„Viele der Bands kannte ich selbst vorher nicht, obwohl sie hier in der Region Musik machen. Ich finde es wichtig, zu zeigen, wie vielfältig die Szene ist“, sagt Oliver Marohn, der mit seiner Band Freakmuzik mit zwei Titeln ebenfalls auf der CD vertreten sein wird. 1000 Exemplare wird es davon später geben, die unter anderem auf dem Abschlusskonzert im November verteilt werden. Dort werden auch die Schülerbands der Inselsee- und der Förderschule ihre selbst geschriebenen Lieder präsentieren. „Wann und wo das Konzert stattfinden wird, können wir im Moment leider nicht sagen, da uns noch ein geeigneter Veranstaltungsort fehlt“, sagt Heike Mittelstädt.

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