Heilerziehungspfleger : Schüler drehen Film mit Behinderten

Lena Meister, Claudia Neumann, Kristin Sowade und Alexandra Plath (v.l.) schilderten ihren Mitschülern die gewonnen Eindrücke und Erfahrungen des Projektes zur Methodenkompetenz.
Lena Meister, Claudia Neumann, Kristin Sowade und Alexandra Plath (v.l.) schilderten ihren Mitschülern die gewonnen Eindrücke und Erfahrungen des Projektes zur Methodenkompetenz.

Heilerziehungspfleger des ersten Lehrjahres sammeln Praxiserfahrungen / Erlerntes umsetzen und selbstständig neues Wissen aneignen

svz.de von
11. Dezember 2013, 08:00 Uhr

Wenn die angehenden Heilerziehungspflegerinnen Lena Meister, (21) Claudia Neumann (25), Kristin Sowade (23) und Alexandra Plath (22) von den Eindrücken und Erlebnissen ihres praktikumsähnlichen Einsatzes im Wohnheim für beeinträchtige Kinder in Dobbertin berichten, dann sieht man es den jungen Frauen schnell an, dass sie in ihrer Arbeit voll und ganz aufgehen. Mit leuchtenden Augen lassen die Berufsschülerinnen das vierwöchige Projekt zur Methodenkompetenz Revue passieren und machen deutlich, dass es die Arbeit mit beeinträchtigten und behinderten Kindern und Erwachsenen ist, die sie ihr zukünftiges Berufsleben begleiten wird.

„Unter Schlüsselqualifikationen und Methodenkompetenz kann man sich vielleicht nur wenig vorstellen. Für uns ging es jedoch darum, das in der Schule Erlernte auch in der Praxis umzusetzen und uns auch Dinge, die darüber hinaus gehen, selbstständig anzueignen“, schildert Kristin Sowade die zurückliegenden vier Wochen. Im Kloster Dobbertin, einem Wohnheim für Kinder und Jugendliche mit geistiger Beeinträchtigung, und in den Schule zur individuellen Lebensbewältigung in Teterow und Dobbertin hatten die angehenden Heilerziehungspflegerinnen ihren Einsatzbereich. Mit dem Schwerpunkt der so genannten Visualisierungsmethode verbrachten die jungen Frauen jeweils dreieinhalb Stunden in ihrer Einrichtung bzw. zu Hause zur Vor- und Nachbereitung. Tagesabläufe erarbeiten und umsetzen, die Gestaltung des Nachmittags und Projekte wie Basteln oder Kuchen backen gehörten unter anderem zum Aufgabenfeld der Berufsschülerinnen. „Wir haben beispielsweise damit angefangen einfache Inhalte mit Symbolen darzustellen. Sonne heißt mir geht es gut, eine Regenwolke steht hingegen für einen schlechten Gemütszustand. Selbst solch profane Dinge zum Ausdruck zu bringen, fällt vielen Betroffenen schwer“, erläutert Claudia Neumann ein Beispiel.

Höhepunkt der Arbeit von Lena Meister und Kristin Sowade war dabei sicherlich der Dreh eines Kurzfilms, den sie gemeinsam elf Kindern und Jugendlichen in die Tat umsetzen. „Wenn man das Endergebnis sieht, sind wir nach anfänglichen Unsicherheiten richtig stolz auf die Kinder, deren Mentoren sogar positiv überrascht vom Auftreten ihrer Schützlinge waren“, unterstreicht Kristin Sowade mit Nachdruck. Oft seien es im Berufsbild des Heilerziehungspflegers jedoch die kleinen Dinge, die Bestätigung und Motivation genug seien. „Wenn man beispielsweise monatelang daran arbeitet, dass jemand alleine trinken kann und er dann plötzlich wirklich schafft, dann ist dies das eine der vielen positiven Seiten unseres Berufes“, ist sich Claudia Neumann sicher.

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