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Güstrower Anzeiger

18. Oktober 2017 | 00:38 Uhr

Güstrow : Schüler als Akrobaten

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Zirkusfamilie Traber studierte mit Hasenwald-Schülern Programm ein / Wurzeln führen auch nach Güstrow

Manege frei für den „Zirkus Haselino“! Mit zwei weiteren Vorstellungen geht heute eine Zirkus-Projektwoche an der Grundschule am Hasenwald zu Ende. Die Akteure in der Manege sind die knapp 200 Grundschüler, die die Artistenfamilie Traber aus Ostholstein an zwei Tagen auf das Programm vorbereitet hatte. „Das Projekt einer Zirkuswoche geistert schon seit drei, vier Jahren durch unsere Köpfe. Nun sollte es vor den Umzug der Schule in die Hafenstraße unbedingt realisiert werden“, sagt Diana Webersinke.

Bei der Suche nach einem geeigneten Partner stieß die Schulleiterin auf den norddeutschen Zirkus. Vor Ort erfuhr sie, dass die weit verzweigte Artistenfamilie auch Wurzeln in Güstrow hat. „Mein Schwiegervater, der leider vor zehn Jahren starb, ist Rudi Traber, Jahrgang 1925. Er hat in Güstrow mit seiner Familie am Hochseil gearbeitet und es sogar an der Kirche befestigt, wie er mir einmal erzählte“, berichtet Carmen Traber. Und die Mutter ihrer Schwiegermutter hätte bei den Malmströms als Lehrmädchen angefangen, fügt sie hinzu. Schon aus dieser Familientradition heraus sei die Woche in Güstrow etwas Besonderes.

Im Projekt betreute die 57-jährige Prinzipalin die Kinder, die sich für die Trapezgruppe entschieden hatten. „An dem Gerät habe ich früher selbst geturnt. Gastspiele führten mich bis nach Australien“, erklärte sie den Kindern stolz. Hinter dem Zirkuszelt bereitete ihr Mann Peter die Piratengruppe auf den Auftritt vor. Die Traber-Kinder Pascal, Tarek und Deborah unterrichteten die kleinen Zauberer, Clowns, Fakire, Drahtseilartisten und Akrobaten. Alle zusammen gestalteten die großen Galavorstellungen im Zirkuszelt.

„Die Zirkuswoche hat den Schülern sehr viel gebracht“, zog Diana Webersinke gestern Abend eine erste Bilanz. „Wir haben das Klassenprinzip aufgelöst, wodurch sich die Schüler besser kennen lernten und voneinander profitiert haben. Und wir haben in dieser Woche Talente an Schülern entdeckt, die sonst verborgen geblieben wären“, resümierte sie. Die Schulleiterin ist sicher, dass sich die Kinder in den Ferien noch gern an die Zirkuswoche erinnern werden.

Im Sommer wartet mit dem Umzug der Schule in die Hafenstraße eine weitere Herausforderung auf Lehrer, Eltern und Schüler. „Dann beginnt ein neues Kapitel“, sagt die Schulleiterin.



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