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Handarbeit : Schon als Dreijährige stricken gelernt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Desiree Bräutigam aus Laage spinnt und strickt für ihr Leben gern / Wert legt sie vor allem auf Schafwolle aus der Region

von
erstellt am 24.Feb.2015 | 05:00 Uhr

Egal, wohin es auch auf Reisen geht, ohne Stricknadeln verlässt Desiree Bräutigam (49) nicht das Haus. Die Laagerin spinnt – mit dem Spinnrad – und strickt leidenschaftlich gern. Über Familie und Bekanntenkreis ist sie längst hinaus, hat ihr Hobby als Kleingewerbe angemeldet und gibt auch Kurse.

Schon mit drei Jahren habe sie begonnen. „Meine Oma hat mir Bleistifte gegeben und mir das Stricken beigebracht. Nadeln, fand sie, seien zu gefährlich“, erinnert sich Desiree Bräutigam. Die Begeisterung für Handarbeiten sei nie abgebrochen. In den 1990er-Jahren habe es eine Zeit gegeben, wo die Kinder und auch sonst kaum jemand noch etwas Gestricktes anziehen wollte. „Aber ich habe nie ganz aufgehört“, erzählt Desiree Bräutigam. Wolle in ihrer schier unendlichen Vielfalt ist für sie etwas Tolles. „Man kann einfach etwas Schönes daraus machen, immer wieder Neues ausprobieren“, versucht sie eine Erklärung.

Als vor einigen Jahren eine Spinnerin aus Rostock beim Adventlichen Treiben in Laage ihre Handwerk präsentierte, sei die Begeisterung dafür mit ihr „durchgegangen“. Das Spinnen hatte sie schon immer lernen wollen, nun tat sie es. „Ich habe wohl ein Dreivierteljahr lang geübt, bis das Ergebnis so war, wie ich es haben wollte“, berichtet Desiree Bräutigam, die einen Halbtagsjob im Büro hat. Kompromisse sind nicht drin. Sie mag es, wenn der Faden der Schafwolle nicht zu fest und hart ist. Einen weichen Faden erreiche man eher, wenn man langsam spinnt. Sich Zeit lassen und Geduld haben, gehört für die Laagerin zu den obersten Geboten.

Inzwischen ist Desiree Bräutigam auch Expertin in Sachen Schafe. „Aber nur, was deren Wolle anbelangt“, schränkt sie ein. Sie verspinnt nicht gern irgendeine Wolle, sondern holt sich diese von Schäfern aus der Region. Sie schwärmt von der Wolle der Jakobsschafe, nimmt auch gern die vom Pommerschen Landschaft oder von den Schwarzköpfigen. „Und es freut mich für die Schäfer, dass Wolle wieder einen gewissen Stellenwert erlangt“, betont die 49-Jährige.

Eine Internet-Bestellung gebe sie nur auf, wenn es um Wolle von Schafrassen geht, die hier nicht leben. „Manchmal kenne ich auch den Namen des Schafes, dessen Wolle ich verspinne“, erzählt Desiree Bräutigam und schmunzelt. Gern verarbeitet sie die Wolle in Naturfarben. Das Färben sei ihr eine zu aufwendige Angelegenheit, gibt sie zu.

Ihre Sachen bietet sie beim Adventlichen Treiben in Laage und auf wenigen anderen Märkten an. Gern nimmt sie auf einen Markt auch ein kleines Spinnrad mit. „Dann können sich die Kinder einmal ausprobieren“, erklärt Desiree Bräutigam und fügt hinzu: „Es ist doch schön, wenn man bei Kindern Interesse für das Spinnen und Stricken wecken kann.“ Drei Jahre lang bot die Laagerin eine Handarbeitsstunde im Rahmen der Ganztagsschule für Schüler des Recknitz-Campus an. Zuletzt habe man terminlich nicht mehr übereinkommen können, bedauert sie.

Dicke Socken aus Schafwolle würden übrigens immer gehen. Neben Pullovern, Westen und Jacken hat Desiree Bräutigam auch schon Decken im Patchwork-Stil gestrickt. 

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