Güstrow : Schnellere Hilfe für Krebspatienten

Der Neubau entsteht am Standort der jetzigen Apotheke im Untergeschoss des Klinikums. Sie ist allerdings keine öffentliche Apotheke. Am Ende dieses  Flures werden die neuen Räume eingerichtet. Vier der neun Apotheken-Mitarbeiter werden dort die Arzneimittel herstellen. Sie haben dazu die Befähigung. Darüber informierte Ulrike Wiechmann (l.) Birgit Hesse. Fotos: hans-jürgen kowalzik (2)
Der Neubau entsteht am Standort der jetzigen Apotheke im Untergeschoss des Klinikums. Sie ist allerdings keine öffentliche Apotheke. Am Ende dieses Flures werden die neuen Räume eingerichtet. Vier der neun Apotheken-Mitarbeiter werden dort die Arzneimittel herstellen. Sie haben dazu die Befähigung. Darüber informierte Ulrike Wiechmann (l.) Birgit Hesse. Fotos: hans-jürgen kowalzik (2)

Ministerin Birgit Hesse übergab gestern Fördermittelbescheid über 700 000 Euro für Apothekenneubau im KMG-Klinikum Güstrow

svz.de von
22. Juli 2014, 06:00 Uhr

Im KMG-Klinikum Güstrow beginnt im September der Bau einer neuen Apotheke. Ende des Jahres oder am Jahresanfang 2015 soll sie fertig sein. Die Investition kostet ca. 850 000 Euro. 700 000 Euro kommen vom Land. Birgit Hesse, Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales, übergab gestern den Fördermittelbescheid. „Mit dem Apothekenneubau bekennen sich das Land und die KMG-Kliniken langfristig zu dem Apothekenstandort Güstrow und sichern eine Arzneimittelversorgung auf höchstem Niveau“, betonten unisono Ministerin Hesse und Stefan Eschmann, Vorstandsvorsitzender der KMG-Kliniken. Eine EU-Verordnung zwinge die KMG-Kliniken zu reagieren, wenn sie in Apotheken ihrer Krankenhäuser weiter wie bisher sterile Arzneimittel produzieren wollen. In Güstrow gehe man diesen Schritt, um die Versorgung der Patienten mit diesen Arzneien weiter zu sichern, erklärte Eschmann. Diese Arzneimittel würden im Klinikum täglich gebraucht, betonte Güstrows Verwaltungsdirektor Matthias Fischer.

Apothekenleiterin Ulrike Wiechmann: „In der neuen Apotheke ist es möglich, jährlich 5000 Medikamente zur Krebsbekämpfung und weitere 1000 sonstige sterile Arzneien, darunter Nährstofflösungen, auf die Bedürfnisse einzelner Patienten abgestimmt, selbst herzustellen.“ Das habe man auch bisher gemacht, aber die neuen gesetzlichen Bestimmungen verlangen neue, sterile Räume bzw. Arbeitsbedingungen, unterstreicht auch die Chef-Apothekerin. Produziert würden die Medikamente auf einem hohen Niveau, wie in der pharmazeutischen Industrie.

„Mit dem Neubau gewährleisten wir damit auch zukünftig höchste hygienische Standards in unserer Krankenhausapotheke“, betont Matthias Fischer. In den neuen Räumen werde vor allem auch hochsensible Lüftungstechnik eingebaut, damit keine schädlichen Partikel das Medikament beeinträchtigen können, so Fischer weiter.

Dr. Matthias Roth, Chefarzt für Neurologie, schätzt ein, dass die neue Apotheke vor allem für die Onkologie und deren Bereiche sehr wichtig ist. Auch würde die Dosierung der Arzneien besser angepasst werden können, das Medikament stehe schneller zur Verfügung und mache das Klinikum von anderen Lieferanten unabhängig, so Roth.

Matthias Fischer und Ulrike Wiechmann erwähnten ebenfalls, dass niedergelassene Ärzte sowie andere Krankenhäuser versorgt werden können.

Bei einem Rundgang betonte Ministerin Hesse die große Bedeutung des KMG-Klinikums für die Menschen in der Region. „Das Land unterstützt den Apothekenneubau gern, um weiterhin das hohe Niveau der medizinischen Leistungen zu gewährleisten“, so Hesse. Das KMG-Klinikum Güstrow verfügt über rund 440 stationäre Betten und Plätze und behandelte 2013 rund 19 000 stationäre Patienten.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen