Friedhof Güstrow : Schmuck von Baby-Grab geklaut

Jessica Schades Sohn Dominic wurde nur fünf Wochen alt. Auf dem Güstrower Friedhof pflegt und schmückt sie sein Grab.
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Jessica Schades Sohn Dominic wurde nur fünf Wochen alt. Auf dem Güstrower Friedhof pflegt und schmückt sie sein Grab.

Diebe suchen die Grabstelle des nur fünf Wochen alten Dominic auf dem Güstrower Friedhof heim. Die Mutter klagt an

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22. September 2015, 06:00 Uhr

Nach nur fünf Wochen musste Jessica Schade ihren Sohn Dominic zu Grabe tragen. „Das schlimmste was einem im Leben passieren kann, ist sein eigenes Kind zu überleben“, sagt die 26-jährige Güstrowerin. Das Grab ihres Kleinen, der an einem Herzfehler litt, liegt auf dem Güstrower Stadtfriedhof. Regelmäßig kommt Jessica Schade hierher, pflegt und schmückt das Grab liebevoll. „Alles was ich jetzt noch für ihn tun kann, ist sein Erdenbett schön zu halten“, sagt sie. Doch als sie jetzt die Herbstfiguren für Dominic aufstellen wollte bekam sie einen Schock. Figuren und Laternen waren vom Grab geklaut wurden. „Wer tut so etwas?“, fragt Jessica Schade ungläubig und will den Diebstahl nicht einfach so hinnehmen.

„Es zerreißt mich innerlich, da niemand außer mir und meiner Familie an sein Grab ran darf. Viele Figuren habe eine Bedeutung für mich. Es wurde ein Hase geklaut, den ich meinem Sohn zum Kindertag geschenkt habe. Haben solche Leute denn keinen Respekt mehr vor dem Tod? Was muss in einem Menschen vorgehen, dass man nicht mal mehr vor Kindergräbern halt macht? Ich finde es einfach nur respektlos und gewissenlos“, sagt Jessica Schade fassungslos. Im sozialen Netzwerk Facebook schilderte sie den Vorfall und bekam überwältigende Resonanz. Mehr als 130 000 Menschen reagierten deutschlandweit. „Ich bekam sehr viel Mitgefühl, sehr viel Zuspruch im Internet. Auch Geschenke für das Grab von Dominic wurden mir schon angeboten“, erzählt Jessica Schade, die für die Anteilnahme dankbar ist. An den Dieb gerichtet schreibt sie im Internet: „Ich hoffe, dass dich dieser Post erreicht und du immer weißt, dass diese Figuren von einer alleinerziehenden Mutter mit sehr viel Liebe gekauft wurden, um den Platz ihres verstorbenen Sohnes so schön wie möglich zu halten!“

Auch zwei Gräber neben dem ihres Sohnes wurden bereits Figuren geklaut. Das Grab ihres Opas wurde ebenfalls heimgesucht, hier verschwanden Blumen. „Wir haben ständig mit Diebstählen von Gräbern zu kämpfen, auch mit Zerstörungen“, sagt Friedhofsverwalter Holger Büttner. Zerkratzte Grabplatten, von Grabsteinen abgeschlagene Buchstaben – der Vandalismus sei auf so einem großen öffentlichen Gelände nur schwer einzudämmen, so Büttner. „Es verschwinden regelmäßig Büsche von Grabstellen. Auch eine komplette Hecke wurde schon einmal ausgegraben. Es wird einfach alles mitgenommen“, stellt er frustriert fest.  

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