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Güstrower Anzeiger

19. August 2017 | 13:17 Uhr

Güstrow : Schmierfinken verunzieren Häuser

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Frustrierte Hausbesitzer in Güstrow ärgern sich über Schmierereien an Häusern. Die wurden in der Nacht zum Sonntag verübt. Besonders waren acht Häuser in der Bützower Straße betroffen. Das geschah 2014 bisher 17-mal. Die Polizei ist anscheinend machtlos.

Eine Spur von Schmierereien an mehreren Häusern in der Güstrower Innenstadt und in der Schweriner Vorstadt zogen der oder die mutmaßlichen Täter in der Nacht zum Sonntag in Güstrow. Betroffen waren Häuser in der Neuen Wallstraße, am Pferdemarkt, aber vor allem in der Bützower Straße. Dort hinterließen die Schmierfinken an acht Häusern ihre üble Handschrift.


Immer bei Vollmond und nach Festen


Gestern Nachmittag in der Bützower Straße treffen wir Roland Metten. Er steht rauchend vor seinem Haus Nummer 2. Er ist einer der Betroffenen. Metten ist äußerlich ruhig, aber innerlich ärgert er sich immer noch. „Das ist eine Schweinerei, die Kosten verursacht und Zeit kostet“, schimpft er. Vor allem auch, weil es nicht das erste Mal ist. Zeigen kann er die neueste Missetat allerdings nicht mehr. Er hat sie schon beseitigt. Das macht Roland Metten, weil er weiß, dass das die Übeltäter am meisten ärgert, wenn man ihnen so entgegen tritt. Der Güstrower erinnert an eine Schmiererei-Tour vor einigen Wochen in der Feldstraße. Dabei stellte er fest und fühlt sich durch das Wochenende bestätigt: „Immer wenn Vollmond ist oder in Güstrow gefeiert wird, gehen diese Schmierfinken auf Achse.“

Schimpfenden Beistand findet er in einem Nachbarn, der nicht genannt werden will, der in der Bützower Straße bzw. in weiteren Straßen mehrere Häuser besitzt. Den ärgern natürlich auch die Kosten – für die neueste Tat muss er vermutlich für die passende Fassadenfarbe 1000 Euro hinblättern –, aber vor allem, dass die „Burschen“ nicht gefasst und werden und ihnen auch nichts passiert. „Ich renoviere und saniere und die machen mir das zunichte und keiner kann dagegen etwas tun. Das gibt’s doch nicht“, kritisiert er die Staatsmacht. Die sei gerade am Wochenende während des Stadtfestes mit vielen Polizeiautos präsent gewesen, aber die Taten in der Bützower hätten ungeschehen passieren können, beklagt er sich.


Gert Frahm: „Täter verschwinden ruckzuck“


Gert Frahm, Sprecher der Polizeiinspektion Güstrow, versteht den Frust der Betroffenen. „So etwas ist ein harter Schlag. Das steht außer Frage“, sagt er. Gleichzeitig hört man aus seinen Erklärungen eine gewisse Machtlosigkeit der Polizei heraus. Frahm: „Die verschwinden ruckzuck.“ Vorgehen könne die Polizei aber nur, wenn die Täter ertappt werden oder Geschädigte sich melden. In diesem Jahr verzeichnete die Polizei bisher 17 solcher Schmierereien in Güstrow. Frahm: „Örtliche Schwerpunkte gibt es nicht. Sie verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet.“ Bei den Schmierereien vom Wochenende ermittelt die Polizei wegen Sachbeschädigung.

Ein Hausbesitzer in der Bützower: „Da weiß ich ja schon wieder wie es ausgeht. Nach ein paar Wochen erhalte ich von der Staatsanwaltschaft die Nachricht, dass die Ermittlungen eingestellt sind.“ Roland Metten setzt noch einen drauf. Er weiß von einer Broschüre des Innenministeriums, in der Hausbesitzer Tipps bekommen wie sie sich vor Graffiti schützen können…


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erstellt am 17.Jun.2014 | 21:15 Uhr

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