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Güstrower Anzeiger

17. August 2017 | 03:43 Uhr

Kassow : Schmiererei: Landwirt ist ratlos

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Unbekannte beschmieren Silowände in Kassow: Landwirt fühlt sich von Behörden im Stich gelassen

Narrenhände beschmieren Tische und Wände – manchmal sogar große Futtersilos. In Kassow steht so ein Exemplar. Der Landwirt ärgert sich nun schon länger über die Schmiererei an seiner Silowand. „Das ist zwar rein technisch nicht hingeschmiert, aber ,Hansa Rostock Hooligans’ ist nun nicht das, womit man sich arrangieren kann“, versucht der Landwirt es freundlich auszudrücken.

Doch innerlich brodelt es in Rainer Tschirner. Denn die riesige Silobemalung sei nicht ohne „Vorankündigung“ gekommen. Tschirner hatte bereits im Mai 2013 die Polizei informiert, als er die Vorzeichnungen am Silo entdeckt hatte. „Sie kamen dann raus, haben das notiert. Und schon wenige Tage später war die Fläche dann komplett ausgemalt“, sagt er verärgert. Der Schaden sei immens. „Da kann man nicht mal eben den Pinsel nehmen und weiße Farbe drüber streichen. Zwischen 2000 und 3000 Euro würde das kosten. Und wer garantiert mir dann, dass die Jungs nicht wiederkommen und dann wenige Tage später erneut so eine Schmiererei an der Silowand ist“, sagt der Landwirt. Immerhin sei die Fläche gut 80 Quadratmeter groß. „Ich suche noch immer einen Sponsor“, meint Rainer Tschirner.

Er habe auch schon überlegt, etwas vor den Silo zu pflanzen. „Doch bis das so hoch gewachsen ist, dass man es nicht mehr sieht, vergehen Jahre“, ergänzt er.

Kassows Bürgermeister Hans-Joachim Lang ist auch wütend: „Das ist dummes Zeug, das wollen wir in unserer Gemeinde nicht“, betont das Gemeindeoberhaupt. Es sei zwar die einzige Stelle in seiner Gemeinde, wo Schmierfinken am Werk waren. „Aber das ist schlimm und vor allem auch groß genug“, so Lang.

Bei der Polizei in Güstrow ist der Fall zwar bekannt, jedoch ein Täter konnte nicht ausgemacht werden. „Die Zahlen für Straftaten die als Graffiti eingestuft werden sind im Bereich der Ämter Bützow Land und Schwaan im Jahr 2013 stark rückläufig gewesen und stellen keinen Kriminalitätsschwerpunkt dar“, erklärter Gert Frahm, Sprecher der Polizeiinspektion Güstrow auf Nachfrage der Redaktion.

Die Aufklärung solcher Straftaten sei in großem Maße davon abhängig, wie schnell die Polizei Kenntnis zum Sachverhalt erlangt und ob Zeugen Angaben zu Tatverdächtigen machen können. Denn die Tat werde überwiegend in sehr kurzer Zeit verübt und auch Spuren die zu Tatverdächtigen führen sind selten vorhanden. „Wird aber ein Tatverdächtiger ermittelt, ist es nicht ausgeschlossen, dass dies zur Aufklärung weiterer Graffiti-Taten führt. Von daher sind wir sehr dankbar, wenn Zeugen zeitnah ihre Beobachtungen an die Polizei mitteilen würden“, sagt Frahm.

2012 konnten 20 und im vergangenen Jahr drei Tatverdächtige in der Region ermittelt werden. Insgesamt wurden 2013 allerdings auch nur ein gutes Dutzend Straftaten als Graffiti verzeichnet, so der Polizeisprecher.

Ein schwacher Trost für Landwirt Tschirner. Aber vielleicht kommt ja noch der Helfer mit dem großen Farbeimer...

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erstellt am 03.Apr.2014 | 12:00 Uhr

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