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Heilkraft aus der Natur : Schmerz nicht mehr Herr ihres Lebens

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Kathrin Ebersold schöpft Kraft und Lebensmut aus der Natur, kennt manches Kräutlein und eröffnete jetzt einen Hofladen

von
erstellt am 20.Okt.2014 | 23:30 Uhr

Herbst-Blues ist für Kathrin Ebersold ein Fremdwort. „Der Herbst ist in der Natur die Zeit des Rückzuges. Auch wir Menschen sollten uns in dieser Zeit zurückziehen“, denkt die 52-Jährige. Am Kamin mit einem guten Buch, bei Kerzenschein und einer wohltuenden Tasse Tee könnte einem auch der graueste Novembertag nichts anhaben. Dabei gehört Kathrin Ebersold nicht eben zu jenen vom Leben verwöhnten Menschen. Sie ist Schmerzpatientin und Erwerbsunfähigkeitsrentnerin und findet Trost, Kraft und Lebensfreude in der Natur und durch die Natur. Vor kurzem eröffnete sie einen kleinen Hofladen und bietet dort Tees und Likören, Fruchtaufstriche, Essig und Öle, Salben und weitere Naturprodukte an.

Ihre Großmutter sei schon eine Kräuterhexe gewesen. Viel habe sie von ihr gelernt. Als die Krankheit immer mehr ihr Leben veränderte, sie nicht mehr als Erzieherin – jahrelang in der Zehnaer Kindertagesstätte – arbeiten konnte, sich immer wieder mit Schmerzen quälte, drohte irgendwann die Decke auf sie herabzustürzen, erzählt Kathrin Ebersold. Schon lange habe sie Kräuter für Tees getrocknet und Naturprodukte hergestellt und sie verschenkt. Lange habe sie mit sich gerungen. „Ich kann nur arbeiten, wenn es mir gut geht“, schränkt die 52-Jährige ein. Auch hätte sie Angst vor den Ämtern gehabt. Aber dort sei man ihre mit ihrem Anliegen eines Hofladens sehr freundlich begegnet, berichtet Kathrin Ebersold. „Der Schmerz ist jetzt nicht mehr Herr meines Lebens“, betont die Mutter von drei Kinder und Großmutter von drei Enkeln. Sie habe es wieder selbst in die Hand genommen.


Waldspaziergang statt Beruhigungspillen


Als Schmerzpatient habe sie sich auf der Suche nach Hilfe nach allen Seiten umgesehen. „Bei einer Aromatherapie habe ich bemerkt, dass es Pflanzen gibt, die mir gut tun“, berichtet Kathrin Ebersold. Sie habe ihr bereits vorhandenes Wissen aufgefrischt und bedeutend erweitert. Eine „Hexenschule“ absolvierte sie in Rostock. Gerade hat sie nochmals eine solche Ausbildung, die übers Internet läuft, angefangen. Bei Kopfschmerzen helfe auch ein Gemisch u.a. aus Mädesüß und Lavendel statt Tablette. Statt Beruhigungstabletten zu nehmen, könne man auch in den Wald gehen und den Frust aus sich heraus schreien, nennt sie ein weiteres Beispiel. Dabei stehe aber außer Frage, dass die Kraft der Natur ihre Grenzen hat, die die moderne Medizin allein überwinden könne.


Wunsch nach Austausch mit Gleichgesinnten


Gern verwende sie Vogelmiere, die auf jedem gut genährten Boden sprießt. „Hat unheimlich viel Vitamin C und hilft bei kleineren Wunden“, erzählt die 52-Jährige. Giersch würde sich wunderbar als Pesto machen. Die Ringelblume komme so bescheiden daher und könne doch so viel. Für Salben und Tees nutze sie das Blümchen Fast ein Alleskönner sei der Lavendel. Er passe in viele Teemischungen. Sie verwende ihn aber auch für Kräuteressig.

Die Beschäftigung mit den Gaben der Natur lenke sie von ihrer Krankheit ab, mache Freude und gebe Lebensmut. Kathrin Ebersold überlegt nun, ob sie sich als nächstes an Seminare wagt. Gern würde sie ihr Wissen weitergeben. Denkbar wären auch Workshops mit zur Jahreszeit passenden Themen. Ideen habe sie viele. Und noch mehr würde ihr ein Kräuter-Stammtisch oder ähnliches gefallen. „Ein Austausch mit anderen wäre schön“, sagt sie. Bisher schmore sie in Groß Breesen eher im eigenen Saft. Gestern war der Frauentreff Reimenshagen bei ihr zu Gast. Dabei wurde über manches Kräutlein gesprochen, brachten die Frauen doch auch Erfahrung mit. Generell ging es um die kleinen Hilfsmittel bei Erkältungen, um die viele in den nächsten Wochen und Monaten wohl nicht herumkommen werden.

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