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Brückensperrung : Schlupfloch nach Schöninsel

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Bewohner dürfen auf eigene Gefahr über marode Brücke. Bauausschuss will Planung für neue Querung vorziehen.

von
erstellt am 04.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Die Planung für eine Erneuerung der Schöninselbrücke soll schon in diesem Jahr erfolgen, dafür sprachen sich die Mitglieder des Bau- und Verkehrsausschusses aus. Sie hatten am Montagabend erneut den Maßnahmeplan zur Sanierung von Straßen, Plätzen und Brücken in Güstrow in den Jahren 2017 bis 2021 auf dem Tisch. Der hatte bereits alle Ausschüsse passiert, war aber auf der Stadtvertretersitzung in Dezember nicht beschlossen, sondern erneut in die Ausschüsse verwiesen worden (SVZ berichtete).

Zuvor im Rathaus belehren lassen

Die Brücke war gesperrt worden, weil sie selbst für Fußgänger nicht mehr sicher war. Geradezu absurd erscheint es, dass davon auch die Bewohner betroffen und diese auf ein Boot angewiesen sind (SVZ berichtete). Zumindest die Familie und die Angestellten des Eigentümers des Anwesens auf Schöninsel können nun wieder über die Brücke gehen. Andreas Brunotte, stellvertretender Bürgermeister, informierte die Ausschussmitglieder über Verhandlungen der Stadt mit dem Eigentümer über dessen Anwaltskanzlei und eine Nutzungsvereinbarung, die man geschlossen habe. Auch Dritte, die nicht von dieser erfasst seien, so erklärte Brunotte, könnten die Brücke zu Fuß überqueren. Dazu müssen sie allerdings vorher ins Rathaus kommen, sich einer Belehrung unterziehen und unterschreiben, dass sie die Brücke auf eigene Gefahr betreten, informierte er weiter und betonte höchste Priorität in Sachen Inselseebrücke. Er sehe die Stadt als Baulastträger in der Situation, die Erreichbarkeit gewährleisten zu müssen. Wenn dies dauerhaft nicht gesichert sei, könnte dies als Eingriff in das Eigentumsrecht gewertet werden. „Wir sind deshalb angehalten, zügig die Planung bis zur Phase 3 vorzunehmen“, betont der stellvertretende Bürgermeister. Phase 3 ende mit einer Kostenberechnung. Damit könne man loslaufen und Fördermittel einwerben. Ursprünglich war die Planungsarbeit erst für 2018 und die Bauausführung für 2020/21 im Maßnahmeplan verankert.

Bei allem Verständnis wollte Hartmut Reimann (SPD) die oberste Priorität der Brücke zumindest in Frage stellen. Die Stadt stehe an vielen Stellen in der Pflicht und es sei nicht jedem Bürger zu vermitteln, dass für wenige, die über die Brücke müssen, viel Geld ausgegeben werde und andere warten sollten. So z.B. die Anwohner der Gartenstraße und der Querstraße – beide in einem miserablen Zustand. Die Stadtvertretung hatte diese beiden Straßen im Dezember ins Spiel gebracht, die Verwaltung mit ihrem Vorstoß allerdings nicht überzeugt. Auf Anfrage hätten der Städtische Abwasserbetrieb und die Stadtwerke Güstrow keinen Bedarf signalisiert. Kanäle seien in beiden Fällen schon Anfang der 1990er-Jahre erneuert worden. Für gewöhnlich arbeiten Stadt, Stadtwerke und Abwasserbetrieb bei Straßenbauprojekten Hand in Hand, was durchaus sinnvoll ist. „Wir schlagen vor, beide Straßen in diesem Jahr zu reparieren“, sagte Jane Weber, Leiterin des Stadtentwicklungsamtes. Die Gartenstraße – zwischen Eisenbahnstraße und Spaldingsplatz – würde die Verwaltung erst ins Visier nehmen wollen, wenn die Eisenbahnstraße nach Bebauung des Stahlhofes grundhaft saniert sei.

„Spielgelt der Maßnahmeplan die Dringlichkeit wider?, wollte Gerd-Peter Bartsch (CDU) wissen und hörte von Weber eine zweifelsfreies „Ja“. In der Verkehrssicherungspflicht wollte er die Stadt u.a. auch in der Straße Zu den Wiesen sehen. Auch mahnte er den Zustand von Parkplätzen an. Weber verwies auf einen jährlichen Neubau- und Reparaturplan, der abgearbeitet werde, und darauf, dass man mit mehr Personal und Geld auch mehr machen könne. Die Ausschussmitglieder empfehlen der Güstrower Stadtvertretung den Maßnahmeplan mit der vorgezogenen Planung für die Schöninselbrücke anzunehmen sowie die Gartenstraße und die Querstraße in diesem Jahr zu reparieren.

 

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