Groß Wokern: Ausrüster für Kreuzfahrtschiffe : Schlummern in Kojen aus Groß Wokern

Die Schlafstätten für mehr als 3000 Passagiere sowie die Besatzung des Luxusliners Celebrity Reflexion wurde von der Firma EMS in Neu Wokern gefertigt. Archiv
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Die Schlafstätten für mehr als 3000 Passagiere sowie die Besatzung des Luxusliners Celebrity Reflexion wurde von der Firma EMS in Neu Wokern gefertigt. Archiv

Reisende auf allen sieben Meeren schlafen in Betten aus Groß Wokern. Gebaut werden diese in der Werkhalle der Firma EMS, wobei das Kürzel für "Einrichten mit System" steht, wie Unternehmer Martin Urban erläutert.

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10. September 2012, 05:57 Uhr

Groß Wokern | Reisende auf allen sieben Meeren schlafen in Betten aus Groß Wokern. Gebaut werden diese in der Werkhalle der Firma EMS, wobei das Kürzel für "Einrichten mit System" steht, wie Unternehmer Martin Urban erläutert. Seit der Firmengründung 2006 hat er fünf Kreuzfahrtschiffe der Celebrity-Reihe ausgerüstet. 30 Mitarbeiter beschäftigt Urban, der selbst Maschinenbau-Ingenieur ist. Blechverarbeitung ist sein Metier. In der Firma werden die Platten zugeschnitten, gekantet, geschweißt bzw. genietet und mit Pulver beschichtet. Wer glaubt, die Ausstattung von Schiffen einer Baureihe sei eine Routinearbeit, den kann Urban eines Besseren belehren: "Jedes Schiff ist ein Unikat." Der Jüngste dieser Luxusliner, die Celebrity Reflection, bietet 3030 Passagieren Platz, dazu kommen die Kojen der Crew. Allein an dieser Zahl lässt sich ermessen, welches Arbeitspensum für die EMS-Belegschaft die Ausrüstung bedeutet.

Die Meyer-Werft in Papenburg ist nicht der einzige Auftraggeber für den Mittelständler. Für die Neptun-Werft Rostock hat die Firma bereits sechs Flusskreuzfahrtschiffe mit Betten ausgestattet. "Sechs weitere kommen wohl noch dazu", gibt sich Martin Urban zuversichtlich. Die Qualitätsarbeit in Groß Wokern bleibt in der Branche nicht unbemerkt. Erst kürzlich klopfte die renommierte Werft Blohm und Voss bei Urban an. Es geht um die Ausstattung von sechs Versorgungsschiffen für die Marine. Nach Gesprächen vor Ort musste Urban einräumen, dies wäre eine Nummer zu groß für die Firma. Doch das Interesse der Gegenseite war ausgeprägt, so dass man ihm entgegenkam. EMS wird die Ausstattung für zwei Schiffe liefern. Dabei betritt die Firma technologisches Neuland und wird Aluminiumbleche verarbeiten, die nicht verschweißt oder genietet, sondern verklebt sind.

Doch auch an Land sind die Produkte aus Groß Wokern begehrt. So ging kürzlich ein Transport mit Regalen nach Freiburg auf die Autobahn. Ebenso rüstet er ein Museum in Braunschweig aus. Für den Energieversorger Eon in Regensburg fertigte die Firma 300 Rollenwagen für die Zentralregistratur und auch das Henkel-Zentralarchiv in Düsseldorf ist mit einem EMS-Regalsystem ausgestattet.

Und wie sieht es im eigenen Bundesland aus? Um die Antwort ist Urban nicht verlegen. "Wir arbeiten sehr gut mit der Firma MGT gleich nebenan zusammen. Die hat bei uns wiederholt Produkte in die Pulverbeschichtung gegeben. Im November haben wir ein Versorgungs- und Entsorgungszentrum an der Universitätsklinik Rostock ausgerüstet und auch das Bauamt unseres Landkreises mit einem Hängeregister."

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