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Schloss Vietgest : Schloss sucht seine Bestimmung

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Dach, Fassade und Fenster im Schloss Vietgest wurden saniert. Der Eigentümer favorisiert eine langfristige Vermietung.

von
erstellt am 04.Apr.2016 | 21:00 Uhr

„Das Schloss braucht Luft“, hatte Anders Tind Kristensen vor ziemlich genau drei Jahren gesagt, just nachdem er es ersteigert hatte. Heute, wo viele ruinöse Gebäude im unmittelbaren Umfeld verschwunden sind, und die Sanierung des Schlosses Vietgest ein großes Stück vorangekommen ist, sieht der Däne sich bestätigt. „Wow“ mag manch Vorbeifahrender bei einem kurzen Blick auf das Herrenhaus denken. Beeindruckt zeigte sich gestern auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg, der sich die einstige Tagungsstätte der Christdemokraten in MV ansah.

„Ich freue mich über jeden Verrückten, der so etwas in die Hand nimmt“, sagte Rehberg und beleidigte damit seinen Gesprächspartner keineswegs. „Verrückt muss man schon sein“, gestand Kristensen. Viel ist seit dem Eigentümerwechsel passiert. Ruinöse Gebäude im Umfeld des Ende des 18. Jahrhunderts errichteten Herrenhauses sind verschwunden. Dach und Fassade sind saniert. „Ich glaube es sind 132 Fenster, die erneuert wurden“, macht Kristensen die Dimension deutlich. Über ein Bodenordnungsverfahren wurde die Erneuerung der Außenhülle finanziell gefördert. Außerdem konnte über Landtausch zwischen Eigentümer und Gemeinde Ordnung in die Grundstücksverhältnisse rund um das Schloss geschaffen werden. „Es hat länger gedauert und mehr Geld gekostet als gedacht, aber das kennt man ja“, meint der studierte Forstwirt, der in Dänemark Land- und in der Gemeinde Lalendorf Forstwirtschaft betreibt und bereits das Gutshaus in Lübsee sanierte, in dem die Familie wohnt.

Auf die spannende Frage nach der künftigen Nutzung musste der Däne eine Antwort schuldig bleiben. „Will nicht die CDU…“ fragte er den Bundestagsabgeordneten, der abwinkte. Der Bedarf an Tagungshotels, darin waren sich beide einig, sei in MV eher erschöpft. Auch mit einem Hotel sieht Kristensen keine Zukunft. Eher sei eine Nutzung im Gesundheitsbereich denkbar. Idealerweise möchte er das Schloss langfristig vermieten und ist jetzt auf der Suche nach einem Interessenten, der bei der Sanierung im Innern mitreden könnte. „Jetzt sieht das Haus so aus, dass man es vorzeigen und anbieten kann“, meint Kristensen und ist sich dabei bewusst, dass man „mit solchen Projekten auch Geduld haben muss“.

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