Schloss schließt – nicht ganz

Unter strengstem Verschluss wird im Dachbereich des Schlosses an der Dekontaminierung von Hölzern gearbeitet.
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Unter strengstem Verschluss wird im Dachbereich des Schlosses an der Dekontaminierung von Hölzern gearbeitet.

Museumsbetrieb ruht während der Schlosssanierung in Güstrow – dennoch Sonderausstellung, Filme und Musik

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19. Dezember 2019, 05:00 Uhr

Nicht nur im Wirtschaftsgebäude, auch im Dachstuhl des Schlosses laufen inzwischen die Vorbereitungen für die Sanierung des Güstrower Wahrzeichens. Noch können Besucher die Ausstellung besuchen. Mit dem Jahresende ist jedoch Schluss. Zuvor sind alle Güstrower und Gäste eingeladen, noch einmal ins Schloss zu kommen.

„Am 31. Dezember öffnet das Schloss eintrittsfrei und zum letzten Mal die Tore“, informiert Dr. Pirko Kristin Zinnow, Direktorin der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen. Am 29. und 31. Dezember wird es zwischen 11 und 16 Uhr außerdem kostenlose Abschiedsführungen geben.

Schlossleiterin Regina Erbentraut selbst hat sich schon ein Konzept dafür zurecht gelegt. Sie wird zu den Stücken sprechen, die ihr in 25 Jahren besonders ans Herz gewachsen sind. „Dennoch schließt das Schloss nicht so ganz“, betont Erbentraut. In der Großen Hofstube im Erdgeschoss des Südflügels werden Fotografien von Gerhard Stromberg ausgestellt, solange das mit dem Baubetrieb vereinbar ist. Seit 2017 setzt sich der international bekannte Architekturfotograf mit der jüngeren Geschichte des Schlosses auseinander. Seine Arbeiten werden in Bezug zu filmischen und fotografischen Dokumenten der Sanierung der 1960er- und 1970er-Jahren ab dem Frühjahr zu sehen sein.

Um zügig bauen zu können und die Kunstschätze in erster Linie vor dem Baustaub zu schützen, müssen die meisten Säle des Schlosses beräumt werde. Ein Team von Restauratoren wird ab Januar die Umlagerung der empfindlichen Kunstobjekte vorbereiten.

Am Sonnabend steht das vorerst letzte Konzert im Festsaal des Schlosses auf dem Programm. Doch Musik soll es parallel zum Baugeschehen dennoch geben. Der Blüthner-Flügel wird dazu ins Erdgeschoss umziehen. Kammerkonzerte können so weiterhin stattfinden. Auch die mit dem Filmklub Güstrow initiierte Reihe „Filmkunst/Kunstfilm“ und die Vortragsreihe „Rendezvous im Schloss“ sollen 2020 fortgesetzt werden, informiert die Schlossleiterin.

Im Dachgeschoss wuseln derzeit Arbeiter in Ganzkörper-Schutzanzügen. „Bevor im nächsten Frühjahr die Zimmermannsarbeiten im Dachbereich beginnen, müssen kontaminierte Hölzer behandelt werden“, erklärt Christian Hoffmann, Sprecher des landeseigenen Betriebes für Bau und Liegenschaften. Unter strengsten Schutzmaßnahmen werden die Hölzer gereinigt und besonders befallene Teile entsorgt. Das geschieht unter Unterdruck, so dass Stäube nicht nach draußen entweichen können. Die Luft wird gefiltert. Die Filter werden entsorgt. In den 1960er- und 1970er-Jahren waren Holzschutzmittel verwendet worden, die damals zugelassen waren, heute aber als gesundheitsschädlich eingestuft werden.

Saniert werden in den nächsten Jahren die Außenhülle, Brücke und Torhaus. Zusammen sind rund 28 Millionen Euro veranschlagt, größtenteils finanziert aus Fördertöpfen der EU.

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