Renaissanceschloss Güstrow : Schloss muss nicht schließen

Die Bauarbeiten am Güstrower Schloss sollen Mitte 2018 beginnen.
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Die Bauarbeiten am Güstrower Schloss sollen Mitte 2018 beginnen.

Während der dreijährigen Sanierungszeit wird der Ausstellungs- und Museumsbetrieb im Güstrower Renaissanceschloss weiterlaufen.

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03. August 2016, 05:00 Uhr

Die Planungen für die Sanierung des Güstrower Schlosses haben begonnen. Doch entgegen der ursprünglichen Annahme kann der Ausstellungs- und Museumsbetrieb auch noch im kommenden Jahr aufrecht erhalten werden – und darüber hinaus. Denn nach Aussagen des Betriebs für Bau- und Liegenschaften (BBL), zuständig für die Planung und Durchführung von Bauprojekten des Landes, muss das Renaissanceschloss während der dreijährigen Sanierungsphase nicht komplett geschlossen werden, so dass zumindest der Museumsbetrieb weiterlaufen kann. Damit bleibt das Schloss als wichtigster touristischer Anziehungspunkt von Güstrow erhalten.

Kompletter Zustand unter der Lupe


Darüber informierte jetzt auf SVZ-Nachfrage Diplom-Ingenieur Holger Struck, Projektleiter für die Baumaßnahme Güstrower Schloss beim BBL. Er gab unserer Zeitung auch exklusiv einen ungefähren Zeitplan für die kommende Sanierung. „Die Ausschreibung für die Architekten ist beendet. Damit kann die Planungsphase beginnen“, so Struck. Diese wird voraussichtlich acht bis zwölf Monate dauern. In dieser Zeit wird es mehrere Untersuchungen im Schloss geben. „Der komplette Zustand des im 16. Jahrhundert errichteten Gebäudes wird geprüft“, erläutert der Projektleiter.

Danach, im Herbst/Winter 2017, soll die Ausschreibung für die Baufirmen starten. „Bevor der erste Handwerker Hand am Schloss anlegt, wird es Sommer 2018 sein“, sagt der Projektleiter. Für die Bauarbeiten selbst ist bis zum Jahr 2021 Zeit eingeplant, also drei Jahre. „Diese Zeit brauchen wir“, sagt Struck. Die Sanierung müsse „sehr vorsichtig“ gemacht werden. „Das Schloss ist ein rohes Ei. Es handelt sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude. Viele Fachleute sind eingebunden. Das braucht eben Zeit. Und natürlich soll auch die Qualität zum Schluss stimmen, denn die Sanierung soll mindestens 100 Jahre halten“, erklärt der Projektleiter.

Insgesamt sind in den drei Jahren acht Bauabschnitte vorgesehen. Die Sanierung beschränkt sich auf die Außenfassade, Fenster und den Dachstuhl des Renaissancebaus. Außen und innen werden lediglich das Wirtschaftsgebäude des Schlosses, wo die Sonderausstellungen stattfinden, sowie die Räume im Keller mit der Mittelalterausstellung saniert. Diese muss ausgelagert werden. „Das Museum im Schloss kann während der Arbeiten offen bleiben, aber Extra-Ausstellungen sind voraussichtlich nicht möglich“, sagt Struck.

Das freut vor allem Schlossleiterin Regina Erbentraut, die Anfang des Jahres noch mit einer Komplettschließung während der Sanierung gerechnet hatte. „Wir erhalten den Betrieb während der Bauarbeiten aufrecht. Man wird immer etwas Schönes sehen können bei uns“, sagt sie. Für das kommende Ausstellungsjahr laufen bereits die Planungen. So wird es 2017 die Schau „Land in Sicht“ geben, bei der die Kunstankäufe des Landes im Güstrower Schloss zu sehen sein werden. Auch Konzerte und Lesungen sind wie gewohnt geplant. Die kommende Sanierung wird bereits dieses Jahr am 7. Dezember in der Reihe „Rendezvous im Schloss“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Unter dem Titel ‚Sanierung Schloss Güstrow: gestern und heute“ wird der Dokumentarfilm „Nordische Renaissance“ des Güstrower Amateurfilmstudios „Nordlicht“ aus dem Jahr 1973 gezeigt. Danach werden Holger Struck sowie der Direktor des Staatlichen Museums Schwerin, Dirk Blübaum, Auskunft zu den bevorstehenden Maßnahmen geben.  

 

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