zur Navigation springen

Inselsee Güstrow : „Schlimmer als zu Erichs Zeiten“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Leserklage über Zustand der Wege am Inselsee. Bürgermeister Schuldt: Grundlegende Erneuerungen nicht vor 2020.

von
erstellt am 23.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Still ruht der Inselsee, wenn die kältere Jahreszeit beginnt. Erleben wollen viele Güstrower und Gäste der Barlachstadt dennoch ihre Perle der Natur, auch in der Regen- und Matschzeit. Doch wer das nicht per Boot kann oder will, hat es derzeit nicht leicht. Loch reiht sich an Loch auf befestigten Wegen, Teile wurden untergepflügt, andere sind zerfahren.

„Ich habe mal ein Bild von unserem Barlachweg gemacht“, schreibt unser Leser Erhard Pröhl und schickte Beispiele gleich mit. Der Güstrower schreibt dazu: „,Erlebnisvielfalt Inselsee’ lässt grüßen. Der Zustand ist einfach nur traurig. Und der Rest vom Weg wird dann kaputt gefahren. So schlecht sahen die Wanderwege nicht zu Erichs Zeiten aus.“

„Ja, die Wege am Inselsee sind an vielen Stellen nicht schön.“ Bürgermeister Arne Schuldt stimmt unserem Leser unumwunden zu: „Ich fahre selbst oft mit dem Rad Richtung Kurhaus und muss dann Slalom fahren.“ Die Ursache sieht Schuldt in dem feuchten Sommer dieses Jahres. Die Wege waren immer wieder matschig, viele Bäume konnten sich nicht halten und fielen um, die letzten Stürme taten das Ihre dazu. Deshalb habe Technik vermehrt in die Wege fahren müssen – was deren Zustand noch verschlimmert habe. „Wir hoffen und warten jetzt alle auf eine längere Trockenperiode, damit wir die Wege mal reparieren können“, sagt der Bürgermeister. Auf einem Teil an der Bauhofer Bucht habe man die Oberfläche schon ausbessern können.

Dass es aber nicht nur um Reparaturen gehen kann, ist dem Bürgermeister offenbar bewusst. Schon seit einiger Zeit feilt die Verwaltung an der Vorbereitung des 3. Bauabschnittes des von Erhard Pröhl beschriebenen Projektes von der „Erlebnisvielfalt Inselsee“. Dieser umfasse insbesondere die Gestaltung der Wege am See. Hoffnung auf baldige grundlegende Verbesserung kann Schuldt jedoch nicht machen. Zunächst laufen noch umfangreiche Untersuchungen zum Zustand des Baugrundes. Der sei in den verschiedenen Abschnitten unterschiedlich. Davon ausgehend und unter Beachtung einer Vielzahl von Umweltaspekten müsse sehr sorgfältig abgewogen werden, welche Oberflächengestaltung an welchen Stellen möglich wäre: Spurbahnen, Asphalt, wassergebundene Decken… Dazu sei eine enge Abstimmung mit dem Landkreis erforderlich. Die Aufträge für diese Untersuchungen seien erteilt, so Schuldt, und er hoffe nun, dass bis zum Jahresende Klarheit herrsche.

Der Bürgermeister beschreibt zwei infrage kommende Abschnitte: einmal von der Schöninselbrücke den 2. See entlang über die Bauhofer Bucht zum Pfahlweg, von dort die unbefestigte Straße zum Fischerweg und weiter bis zur Drehbrücke. Der zweite beachtete Streckenverlauf beginnt an der Anlegestelle an der Plauer Chaussee, führt den Kanal entlang der Bootshäuser, mündet in den Barlachweg bis hin zum Kurhaus. Noch nicht geklärt seien Fördermöglichkeiten. Schuldt: „Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr die Voraussetzungen schaffen können für eine Förderung innerhalb des Doppelhaushaltes der Stadt für 2020/21.“ Zugleich solle 2018 und ’19 neben der finanziellen Sicherstellung des Vorhabens die Planung laufen. Das heißt zugleich: Auch in den kommenden Jahren würden weiterhin nur notdürftige Reparaturen von Barlachweg und Co möglich sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen