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Seit August Mängel am Neubau Kita "Butzemannhaus" in Güstrow : Schließen und sanieren

vom

Die 800 000 Euro teure städtische Kindertagesstätte "Butzemannhaus" steht vor einer dreimonatigen Schließung wegen Schäden an dem Gebäude, das im Mai 2009 eröffnet wurde. Regen und vermutlich Baufehler sind die Ursachen.

Güstrow | Die 800 000 Euro teure städtische Kindertagesstätte "Butzemannhaus" steht vor einer rund dreimonatigen Schließung wegen Schäden an dem Gebäude, das im Mai 2009 eröffnet wurde. Ursachen: Regen im Sommer und vermutlich Baufehler. Dadurch ist Wasser durch die Bodenplatte gedrungen, das Mauerwerk ist teilweise durchfeuchtet und Schimmel hat sich gebildet. Daher wurde der Krippenbereich als Erstes frei gezogen und mit Technik getrocknet. Er bleibt weiter unbenutzt. Hier ging es um elf Kinder. Man sei zusammengerückt. Gesundheitliche Gefährdungen bestünden nicht und habe es nicht gegeben.

Das bestätigten gestern auf SVZ-Nachfrage der Eigentümer - die Immobilien- und Gebäudemanagement GmbH (GIG), eine Tochter der Wohnungsbaugesellschaft (WGG) - und der Mieter, die Stadt Güs trow. Beide suchen jetzt "vorbeugend" ein Ausweichobjekt für die 41 Kinder, die betreut werden. Wenn es gefunden ist, geht die Sanierung los. Wann das ist, steht nicht fest. Das sagt WGG- und GIG-Geschäftsführer Jürgen Schmidt. Andreas Brunotte, 1. Stadtrat, bestätigt das.

GIG und Stadt: alle Behörden einbezogen

Die Probleme in der Kita gibt es seit Mitte August. Nach Informationen von Jürgen Schmidt führte die vierfache Menge des Regens in dieser Zeit dazu, dass Boden- und Schichtenwasser durch die Bodenplatte ins Gebäude drang. Schmidt geht davon aus, dass aber auch möglicherweise Baumängel zu der Situation führten. Schmidt: "Wir haben Fachunternehmen und Gutachter beauftrag, das zu untersuchen und einen Anwalt eingeschaltelt." Weitere Informationen gab er nicht, weil es sich um ein laufendes Verfahren handelt. Sollte sich das bewahrheiten, werde man Schadensersatz verlangen. Schmidt nannte eine mögliche Summe von 150 000 Euro.

Der Ärger sowohl beim Eigentümer als auch beim Mieter ist groß, vor allem weil auch die Sorge der Eltern für die Gesundheit ihrer Kinder da sei, so Schmidt. Daher habe man, um zu informieren, u.a. eine Elternsprechstunde mit einem Fachmann eingerichtet

Schmidt und Brunotte betonten gestern, dass alle Behörden bis zum Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in die Kontrolle und Entscheidungen einbezogen seien. Ständig werde die Luftqualität gemessen. Zu den ersten Schritten gehörte das Legen einer Drainage rund ums Haus.


Elternrat: zu wenig Informationen

Die Eltern bewerten die Situation etwas anders. Susan Thoß, stellvertretende Vorsitzende des Elternrates, die ihre zwei- und vierjährigen Kinder in der Kita hat, vermisst eine transparente Information. Über den Zustand seien die Eltern "unglücklich". Susann Thoß sagt, dass Kinder krank sind und Husten haben. Sie vermutet, dass die Situation daran schuld ist. Viele Eltern machen sich Sorgen, dass ein Schimmelpilz die Gesundheit der Kinder langfristig gefährden könnte. Thoß: "Außerdem riecht es muffig und unangenehm." Und Susan Thoß weiter: "Im Oktober hatten Eltern die Schließung und Sanierung gefordert. Eigentümer und Mieter erklärten, dass keine gesundheitliche Gefahr für die Kinder besteht und dass es kein Ausweichobjekt gibt." Nicht richtig findet der Elternrat, dass in der weitaus teuersten Kita in der Stadt (siehe Stichwort) jetzt keine Beitragsminderung möglich ist, obwohl das, was jetzt passiere, an die Grenzen gehe. Als Begründung habe die Stadt erklärt, dass die Eltern keine kostendeckenden Betrag zahlen würden.

Von Erziehern erfuhr unsere Zeitung nichts. "Wir dürfen nichts sagen", hieß es. Jürgen Schmidt dementiert das.

Donnerstag, das ist seit gestern den Eltern bekannt, gibt es eine Elternversammlung.

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erstellt am 16.Dez.2011 | 10:24 Uhr

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