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Diskussion um die Prahmstraße in Güstrow : Schlechte Nachricht: der Zaun bleibt

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Die Diskussion um den erbärmlichen Zustand der Prahmstraße geht weiter. Der Bürgermeister rückte an. Einiges wird verändert, ein kritisierter Zaun bleibt.

svz.de von
erstellt am 30.Aug.2012 | 09:45 Uhr

Güstrow | Die Diskussion um die "Bankrotterklärung für die Prahmstraße", veröffentlicht in der SVZ am 1. August nach einem Bürgertreff, fand gestern ihre Fortsetzung. Wie am 31. Juli versprochen, rückte Bürgermeister Arne Schuldt mit weiteren Verantwortlichen aus Behörden und Betrieben (Landkreis, Abwasserbetrieb, Wasser- und Bodenverband) an, um den Anwohnern Antworten auf ihre Kritiken zu geben.

Station 1 war die Prahmstraße 6, vor zwei Jahren abgerissen. Ein Grundstück, das herrenlos ist. Das allein ist das Problem. Schuldt erklärte, dass hier mit einer Zwangsversteigerung ein neuer Eigentümer gefunden werden soll. Ob dann auf der Fläche ein Haus entstehe, Parkplätze gebaut würden oder Rasen angesät werde, werde die Zukunft zeigen, so Schuldt. Der defekte, inzwischen fehlende Zaun zur Liebnitzstraße hin werde vom Landkreis nicht ersetzt, weil keine Gefahr bestehe, so Uta Batarow vom Landkreis. Der Landkreis hatte den Abriss als so genannte Ersatzvornahme - weil es keinen Eigentümer gibt - vorgenommen und bezahlt.

Änderungen sollen kommen - nach einem Jahr Kontrolle

Einige Meter daneben Station 2 mit einem der Hauptprobleme, der Prahmstraße 8, seit Jahren zur Hälfte bewohnt und zur Hälfte eine Bauruine. Das Haus veranlasste den Landkreis, weil Gefahr im Verzug war, der Eigentümer aber nicht reagiert, ebenfalls einzugreifen und aus Sicherheitsgründen einen Zaun bis mitten in die Straße zu setzen. Das Problem wird vermutlich weiter ungelöst bleiben, zum Ärger der Anwohner. Hier würden Gerichtsverfahren zwischen Eigentümer und Landkreis laufen, Ende nicht in Sicht, so Batarow. Eine Möglichkeit sei aber auch, so Schuldt, dass die Stadt gegen den Landkreis vorgehe. Hintergrund: Muss die Stadt solch einen unzumutbaren Zustand dulden, nur weil der Landkreis nicht weiter kommt? Der Haken: Ebenfalls kaum umsetzbar, weil sich auch hier längere Gerichtsverfahren zwischen Landkreis und Stadt ankündigen würden. Eines wurde doch festgelegt: Der Landkreis prüft, ob der Zaun zurückgesetzt werden kann.

Das Parkproblem, weil an dieser engen Stelle teilweise Feuerwehr und Müllfahrzeuge nicht durchkommen, soll mit Knöllchen, Abschleppen und Halteverbotsschildern eingedämmt werden.

Station 3: Das Problem randalierender Bewohner der Nr. 13 hat der Eigentümer geklärt. Das teilte Dietmar Krüger, Initiator dieser Kritik-Runden in der Prahmstraße, mit. Der Eigentümer habe den zwei Familien gekündigt. Indes: Das Problem ist damit nicht aus der Welt, denn die Familien werden woanders hinziehen…

Station 4: Ottomar Blüher war der Wortführer bei der Kritik zum Kanalbau im gepflasterten Teil der Prahmstraße. Hier sei nicht genug verdichtet worden, benannte er das Problem. Er forderte ein Ausbessern der schlimmsten Stellen und weitere Regeneinläufe, damit die "Mecklenburger Seenplatte" in der Straße verschwindet. Der Bürgermeister erkannte das Problem und die Kritik an. Es habe Abstimmungsprobleme gegeben und keine "rechtskonforme Umsetzung". Die Forderungen Blühers und weiterer Anwohner sollen erfüllt werden.

Station 5: Für das Ex-LMB-Gelände - einmal als Eigenheimkomplex geplant -, das einer Müllhalde gleicht, stellte Schuldt fest, dass es zwar schlimm aussehe, aber von dem Gebiet keine Gefahr ausgehe. Eine Möglichkeit hier voranzukommen, biete ein neues Förderprogramm der Landgesellschaft für alte, verwahrloste Flächen. Allerdings, so Schuldt, müsse der Eigentümer zustimmen und das Land dem Antrag.

Station 6: Problem Weidenweg: Eine störende und fast abgebrochene Weide wird abgesägt und der Weg jetzt mehrfach im Jahr vom Stadtbauhof gepflegt.

Station 7: Für die Entwässerung des Weidenweggrabens wird der Wasser- und Bodenverband "Nebel" im Winter die Grundräumung vornehmen, zuvor werde noch gekrautet, so Geschäftsführer Edgar Held.

Fazit: Es war eine intensive Runde, wie es der Bürgermeister formulierte. Einiges soll verändert werden, anderes wird vermutlich nicht gelingen. In einem Jahr wird auf einer Einwohnerversammlung alles kontrolliert.

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