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Güstrower Kunstnacht : Schlange stehen für Kunstgenuss

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

17. Güstrower Kunstnacht: Mehr als 1500 Menschen flanieren durch Barlachstadt und genießen Musik, Ausstellungen und Theater.

„Einfach schön“, sagt Heidemarie Beyer. „Die Stadt ist voller Menschen, überall ist Musik.“ Auf dem Franz-Parr-Platz lauscht die 2. Vorsitzende des Kunst- und Altertumsvereins Güstrow den fetzigen Rhythmen des Sinfonischen Blasorchesters der Kreismusikschule. Nebenan strömen Besucher zur Ausstellungseröffnung in die Galerie Wollhalle mit Collagen von Klaus-Dieter Steinberg. Und vor dem Theater bilden sich Schlangen für das Konzert des Gitarrenorchesters MV. „Das die Leute Schlange stehen, um Kultur in Güstrow zu erleben, ist faszinierend“, sagt Heidemarie Beyer. Ihr Kunst- und Altertumsverein hatte am Montagabend die 17. Güstrower Kunstnacht organisiert. Mit 22 Kultureinrichtungen beteiligten sich so viele wie nie zuvor. Mehr als 1500 Besucher nutzten das in MV einmalige Angebot.

Auftritte vor großem Publikum

Gleich drei Konzerte gab das Gitarrenorchester MV im Barlachtheater. Das aus etwa 70 Gitarristen bestehende Ensemble beendete damit einen zweitägigen Workshop in der Jugendherberge Schabernack. „Es ist schon etwas Tolles für die meist jungen Teilnehmer, in einem richtigen Theater zu spielen“, freute sich Fridolin Zeisler, Gitarrenlehrer und Leiter der Musikschule Malchin. Viel Lob fand er für die Kollegen der Güstrower Musikschule, die bei der Vorbereitung der Gitarrentage tatkräftig geholfen hatten.

Eine neue Station in der Kunstnacht war das Geschäft „Inselliebe“ in der Domstraße. „Ich habe mich sofort für die Idee der Kunstnacht begeistert und wollte dabei sein“, versicherte Katharina Kaden. Die Inhaberin war dann aber doch überrascht über die Publikumsresonanz. Sogar auf der Straße tanzten die Leute, als Clemens und Jakob Blascheck – Vater und Sohn – ihr stimmungsvolles Konzert im rappelvollen Laden gaben. Besinnlicher ging es beim zweiten Angebot der „Inselliebe“ zu. Eine Etage höher, im Meditationsraum von Ehemann Max Kaden, erzählte Ute Müller Märchen für Erwachsene. Die gebürtige Güstrowerin lebt jetzt in Itzehoe, besucht aber immer wieder gern ihre Heimatstadt. „Und das ist kein Märchen“, beteuerte sie schmunzelnd.

Nur ein paar Meter weiter im Weinhaus im Hof gestalteten ebenfalls Güstrower den Abend. Das Ensemble „piekfein“ begeisterte das Publikum und stellte dabei einige Titel ihrer brandneuen CD „ja nee“ vor. „Wir spielen auch gecoverte Titel, wobei uns aber die selbstgeschriebenen Songs einfach besser gelingen“, erzählte Claudia Quella.

Einen Globetrotter erlebten die Besucher der Uwe-Johnson-Bibliothek bei der Kunstnacht. Der Berliner Tobias Panwitz bereist die Welt und bringt aus jedem Winkel der Erde Lieder mit. „Trailhead“ nennt er sich, wenn er seine auf Landstraßen und Pilgerwege gesammelten Songs im Stil der 1960er- und 70er-Jahre interpretiert. Zur Fernwehromantik passten ideal die internationalen Snacks und Weine, die Susanne Heier und Maxi Wegner vom „Schnick Schnack“ kredenzten. Nahrung für Seele und Körper in der Bibliothek.

Rotary-Würste immer heiß begehrt

Nahrung nur für den Körper bietet bei jeder Kunstnacht der Rotary Club Güstrow auf dem Franz-Parr-Platz. Auch hier bildeten sich Schlangen. Die Würstchen und Steaks sind bei den Kunstinteressierten begehrt. „Die Leute verbinden die Kunstnacht mit der Rotary-Wurst“, ist Dieter Heidenreich überzeugt. Die Rotarier verkaufen immer für einen guten Zweck. So unterstützen sie das Blasorchester der Kreismusikschule und das Güstrower Kunsthaus.

Der Güstrower Bildhauer Henning Spitzer gewährte zur Kunstnacht wieder Einblicke in sein Atelier im Krönchenhagen. „Das ist eine Chance, viele Güstrower anzulocken und zu zeigen, was ich in einem Jahr gemacht habe“, sagt er. Damit meint Spitzer vor allem seine Kleinplastiken von Ernst Barlach. Auch eine Porträtbüste von Barlach ist entstanden. Spitzers Ziel ist es, aus den Kleinplastiken einen überlebensgroßen Barlach entstehen zu lassen, der als Denkmal in Güstrow aufgestellt wird. „Der Marktplatz wäre schön. Es müsste schon zentral sein“, sagt Spitzer. Viel Lob bekam er bei der Kunstnacht für sein Schaffen. Von offizieller Seite hat er noch keine Resonanz für seine Arbeit bekommen.

 


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