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Güstrower Anzeiger

25. November 2017 | 07:04 Uhr

Güstrow : Schiffe sind sein großes Hobby

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Der Güstrower Niels Nielsen gehört zur Interessengemeinschaft Schiffsmodellbau. Beim Inselseefest ist er wieder mit der „Nordnorge“ dabei.

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erstellt am 17.Mai.2015 | 09:00 Uhr

Am Himmelfahrtstag stach die „Nordnorge“, ein 14 000 Bruttoregistertonnen Stückgutfrachter, bei Brüel in den Roten See. Der Kapitän, Niels Nielsen aus Güstrow, blieb mit seinem Steuerungsgerät allerdings an Land. Nielsen ist Schiffsmodellbauer und hatte am Herrentag gemeinsam mit seinen Freunden einer Interessengemeinschaft die Saison eröffnet.

In seinem Berufsleben hielt es der heute 74-Jährige aber mehr mit der Straße. Als Bauleiter war er in den 1970er-Jahren am Bau der Autobahn A 19 beteiligt. Und so war es fast folgerichtig, dass er sich auf das Sammeln von Autos aller Art im Maßstab 1:87, was der aus dem Modelleisenbahnbau gängigen Nenngröße H0 entspricht, verlegte. „Nach der Wende habe ich wohl jeden Trödelmarkt besucht. Plötzlich war da ein schier unübersehbares Angebot vorhanden“, erinnert sich der Sammler. Auf über 1300 Fahrzeuge brachte er es, merkte als Rentner aber schnell, dass er sich ein ziemlich kostenintensives Hobby ausgesucht hatte.

Durch einen Zufall kam er zum Schiffsmodellbau. Die „Werft“ richtete er im Keller ein und teilte sich davon ein kleines „Konstruktionsbüro“ ab. Dort erfolgt auch die Umrechnung der in meist unterschiedlichen Maßstäben gelieferten Originalpläne auf 1:87. „Ich bin der H0 treu geblieben“, bestätigt der Bastler. Gegenwärtig arbeitet er an der englischen Fahrzeugfähre „Caledonian Macbrayne“. Da muss er zusätzlich die in Inch angegebenen Maße umrechnen. Obwohl er noch einige Wochen an der Fähre arbeiten wird, weiß Nielsen doch schon, dass er sie auf einen anderen Namen taufen wird. „Bei mir heißen alle Schiffe anders als die Originale. Das erspart Diskussionen, wenn ich auf Ausstellungen meine Modelle zeige und manche Leute dieses oder jenes Detail kritisieren“, sagt der Bastler. So gab er dem Modell eines in Wismar gebauten Fang- und Verarbeitungsschiffs der DDR-Fischfangflotte den Namen sein Urgroßvater mütterlicherseits, August Schulz. „August Schulz war der letzte Lotse von Anklam. Er war zuständig für die Schifffahrt auf dem Peenestrom bis Demmin“, sagt Nielsen. Auch sein Großvater sei zur See gefahren.

Als Material für den Schiffsrumpf verwendet Niels Nielsen Kunststoff. Auf der Suche nach dem geeigneten Antrieb kam ihm wieder der Zufall zu Hilfe. „Als ich meine Tochter in Rostock besuchte, warf plötzlich jemand einen Drucker aus dem Fenster. Der verfehlte mich nur knapp und zerschellte auf der Straße“, erzählt der Modellbauer. In den Trümmern entdeckte er den Motor. „12 Volt und völlig ausreichend für meine Zwecke“, bestätigt er. Inzwischen habe er so manchen Motor aus nicht mehr benötigten Druckern aus- und in seine Schiffe eingebaut, schmunzelt er. Wenn die Autofähre fertig ist, will er einen historischen Walfänger bauen, danach einen Atlantik Supertrawler, dessen Originalunterlagen er von der Stralsunder Werft erhielt. Allerdings liegen in der warmen Jahreszeit auch Ausstellungen und Veranstaltungen an. So werden die Mitglieder der Interessengemeinschaft ihre Schiffe wieder auf dem diesjährigen Inselseefest präsentieren. Niels Nielsen wird mit seiner 14000 Bruttoregistertonnen „Nordnorge“ dabei sein.

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