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Barlachtheater Güstrow : Schauspieler ins Licht gerückt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Güstrower Peter Ambrosch arbeitete vier Jahrzehnte im Güstrower Theater als Beleuchter / Noch heute geht der 77-Jährige gern ins Theater

Im Güstrower Theater hat er unzählige Stunden verbracht und noch heute kommt der Güstrower Peter Ambrosch gern hierher. Als Beleuchter hat der heute 77-Jährige ab März 1958 hinter den Kulissen gewirkt. Als gelernter Elektromonteur war er für diesen Job prädestiniert. Erst ein Jahr zuvor war das Güstrower Haus eröffnet worden.

Peter Ambrosch war damals einer von 120 Angestellten im Theater. An diese Zeit erinnert er sich sehr gern. Neben den Beleuchtern gehörten auch Tischler und Maler sowie Tontechniker zum technischen Team. „Es war eine schöne Zeit. An so einem kleinen Theater war das Kollektiv wie eine große Familie. Das war wunderbar“, erzählt er.


Damals noch Vier-Sparten-Theater


Als Beleuchter hatten er und seine Kollegen die Aufgabe, die Schauspieler ins richtige Licht zu stellen und bei Ballettabenden immer den Tänzern zu folgen. Als Peter Ambrosch seinen Beleuchter-Job begann, war das Güstrower Haus noch ein Vier-Sparten-Theater. „30 Orchesterspieler waren aktiv, wenn sinfonische Konzerte aufgeführt wurden“, erinnert sich der Güstrower. Neben weiteren sieben Bühnentechnikern waren damals drei für das Licht zuständig. Doch nicht nur in Güstrow wurde gespielt, sondern die Schauspieler traten auch in Teterow, Bützow, Malchin oder Dargun auf.

Während seiner Arbeitsjahre hat sich im Güstrower Theater so einiges verändert. 1963 wurden die Theater reorganisiert und auch in Güstrow mussten viele der bisher Angestellten gehen. Einige orientierten sich neu und wurden Lehrer. Das Gebäude aber hatte Bestand. Prof. Hans Anselm Parten, der Intendant des Rostocker Volkstheaters, übernahm es als zweites Haus – mit dem technischen Personal. Zahlreiche Premieren wurden in den kommenden zwölf Jahren hier aufgeführt. Keine Aufführung aber gab es ohne Feuerwehr. Die saß sogar auf der Bühne – links und rechts – um im Fall eines Brandes gleich zur Stelle zu sein, erzählt Ambrosch.

Peter Ambrosch, der 1972 seinen Meister absolviert hatte, mochte seine Arbeit sehr. Auch wenn sich die Arbeitszeiten oft auf den Abend, die Wochenenden und Feiertage verlagerten. „Für mich war das gut. Ich bin sehr naturverbunden und bin lieber nachmittags draußen und abends eben bei der Arbeit“, so der rüstige Senior.

Nach 1975 wurde das Güstrower Theater ein Bespiel-Theater – ohne eigenes Ensemble. Häufig seien Aufführungen der niederdeutschen Bühne im Haus für das Fernsehen aufgezeichnet worden. Peter Ambrosch mit seinen Kollegen hatte zu dieser Zeit noch ein mechanisches Stellwerk zu handhaben. „Jeder Scheinwerfer wurde mit einem eigenen Hebel bedient“, sagt er. Inzwischen wurde ein modernes computergesteuertes Stellwerk eingebaut und die Lichtstimmung kann nun programmiert werden.

Peter Ambrosch zieht es immer wieder zum Theater, obwohl er nun schon seit 18 Jahren im Ruhestand ist. Gern schaut er auch bei Silke Kallweit in der Theaterkasse am Franz-Parr-Platz vorbei. Dort hatte er einst sein kleines Reich. Seinen Wunsch für das Güstrower Ernst-Barlach-Theater formuliert er als langjähriger Mitarbeiter und heutiger Zuschauer eindeutig. „Ich wünsche mir, dass es so bestehen bleibt, wie es jetzt ist. Theaterleiterin Kersten Klevenow hat ein gutes Händchen und bietet einen abwechslungsreichen Spielplan, für jung und alt ist etwas dabei“, sagt der 77-jährige Peter Ambrosch.

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