Krakow am See : Schandfleck soll endlich verschwinden

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Das ehemalige Gästehaus des Rates des Bezirkes Schwerin gehört zu dem Schandfleck am See.hans-jürgen Kowalzik (2)

Die Krakower schämen sich für den Anblick, Touristen stehen kopfschüttelnd davor: Gemeint sind ist die ehemalige Berufsschule und das Ex-Gästehaus des Rates des Bezirkes Schwerin. Das Gelände soll jetzt umgebaut werden.

svz.de von
12. Juni 2012, 07:28 Uhr

Krakow am See | Die Krakower schämen sich für den Anblick, Touristen stehen kopfschüttelnd davor: Gemeint sind die Schandflecken im Möwenweg bzw. am Jörnberg, die ehemalige Berufsschule und das Ex-Gästehaus des Rates des Bezirkes Schwerin. Seit Ende der 90er-Jahre verfallen die Gebäude in 1a-Lage zusehends. Versprechen des Investors dort etwas Neues zu bauen blieben Schall und Rauch. Aber jetzt soll Licht am Ende des Tunnels sein. Das sagt Jochen Hornung, geschäftsführender Gesellschafter der Krakower Gästehaus GmbH, die das Gelände auf Vordermann bringen will. "Die Planung für den Komplex ist fertig und wird zur Genehmigung eingereicht", so Hornung auf SVZ-Nachfrage. Im Winter will Hornung die Schule abreißen. Die Aula soll stehen bleiben. Jochen Hornung: "Die ist für einen multifunktionalen Saal für Sport, Hochzeiten oder einen 50. Geburtstag geeignet." Bis es dort aber los geht, wird das Gelände sauber hergerichtet. "Es wird eine gepflegte grüne Wiese", sagt der Investor.

Oft Änderung versprochen - Projekt benötigt Zeit und Geld

Im anderen Gebäudekomplex bleibt die Bausubstanz stehen. Hornung will mit dem so genannten Eulenhaus beginnen. Ziel: nächstes Jahr. Es soll ein Ferienhaus werden. In den Anbau sollen Hotel- und Gästezimmer kommen.

Hornung kennt die Kritik zu dem Gelände und zu seiner Person. Dass es Schandflecke sind, weiß er und er widerspricht nicht. Aber er bittet trotzdem um Verständnis, denn das Projekt benötigt Zeit und Geld. Hornung: "Es gibt für mich kein Grund zum Drängen. Ich werde das Vorhaben ruhig, wie ich es vertreten kann, realisieren." Hornung handelt so, weil er, das räumt er ein, es auch schon mal anders gemacht hat. Und das war nicht der richtige Weg.

Außerdem gibt er zu bedenken, was er schon alles für Krakow am See getan hat. Allerdings ohne darauf zu pochen, dass er diese Bestätigung braucht. Er nennt das Reethaus, das Pflegeheim, den Backladen am Markt. Und mit dem "Krakower Raben" aus seiner Bäckerei habe er den Namen der Stadt in die Region getragen.

Über die Gesamtinvestition redet er nicht. Aber sein Vorgänger, Uwe Waibel, dem das Gelände einst gehörte, hatte damals gegenüber SVZ von vier bis fünf Millionen Euro für die Ferienhausanlage gesprochen. Der ehemalige Güstrower Hotelier scheiterte aber an dem finanziellen Umfang und verkaufte wieder.

Diese Schwierigkeit räumt auch Krakows Bürgermeister Wolfgang Geistert ein. Geistert hat deshalb sogar ein gewisses Verständnis für Hornungs Lage. Trotzdem wäre der Bürgermeister froh, wenn es wirklich dort losgehen würde. Geistert: "Dass das dort über zehn Jahre so brach liegt und zu einem Schandfleck verkommen ist, ist schon belastend, zumal es so ein großes und ansonsten schönes Areal ist." Geistert betont auch, wie wichtig Hornungs Vorhaben für die Stadtentwicklung ist. "Da muss endlich Leben in das Projekt rein, denn es ist gut und kann auch erfolgreich sein", so Wolfgang Geistert.

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