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Kreisstadt Güstrow : Schandfleck Ortseinfahrt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

An einigen Ortseinfahrten bekleckert sich die Kreis-, Barlach- und Umweltstadt Güstrow nicht mit Ruhm. Denn dort befinden sich einige Schandflecken, die dem Güstrower und den Gästen der Stadt kein herzliches Willkommen sagen.

Das ist kein „Herzliches Willkommen“, wenn der Autofahrer aus Richtung Teterow und Krakow am See nach Güstrow fährt. Im Ortsteil Klueß empfängt ihn das Forsthaus, einer der größten Schandflecke an den Ortseingängen der Kreis- , Barlach- und Umweltstadt. Schon beim Schmidt-Honecker-Besuch 1981 „verschönerten“ es die DDR-Oberen mit angenagelten Tannen. An der Ecke Plauer/Gutower Straße steht ein weiterer hässlicher Blickfang. Ähnlich schlimm sind Gebäude der Polizeiinspektion (PI) in der Schwaaner Straße.

Bürgermeister Arne Schuldt hat keine Argumente dagegen, kann aber auch nicht handeln, weil die Stadt nicht Eigentümer der Gebäude ist, aber auch keine Gefahr im Verzug ist, bei der eingegriffen werden müsste. „Mit der Polizeiinspektion sind wir laufend im Gespräch. Wir wissen, dass die Polizei vor allem im Inneren macht.“ Das bestätigt Gert Frahm. „Es gibt sicher schönere Fassaden in Güstrow. Aber uns ist es wichtig, dass wir unsere Gebäude innen herrichten, um für unsere Beamten gute Arbeitsbedingungen zu haben“, erklärt der PI-Sprecher.

Beim Forsthaus als Einzeldenkmal sieht der Landkreis aus Sicht des Bürgermeisters keinen Handlungsdruck. Grund, dass nichts geschieht, ist, dass der Güstrower Eigentümer nicht handlungsfähig ist. Schuldt räumt aber ein, dass es keine Fördermittel gibt. „Wir können leider nicht mit der Wurst winken, um dem Besitzer zu helfen“, sagt er.

An der Ecke Plauer habe mal Hoffnung für einen Verkauf bestanden. „Aber es gibt keine Interessenten“, weiß Schuldt. Das bestätigt Eigentümer Piet Lindemeier. Er hat das Haus als Familienbesitz rückübertragen bekommen. „Es gehörte meinem Großvater, dem Inselseefischer Paul Harnack, der enteignet wurde“, erzählt er. Der Hamburger hat eine Bauvoranfrage realisiert, Unterlagen sind somit da. Aber es hat sich bisher nichts getan. In dem Haus, das an der Lage an der Kreuzung krankt, könnten Wohnungen und ein Geschäft einziehen. „Oder es wird abgerissen und es wird ein Parkplatz gebaut“, sagt er. Lindemeier gibt zu, dass er dafür nicht das Geld hat. Deshalb sucht er weiter nach einem Käufer (Telefon 01 72/4 30 50 30).

Bürgermeister Schuldt drücken aber weitere Häuser, vor allem auch die, die leer stehen. Sie werden in einem Arbeitskreis Brand- und Katastrophenschutz – als Folge des „Feuerteufels“, der Mitte der 2000er-Jahre sein Unwesen trieb – in der Arbeitsgruppe „Leerstehende Gebäude“ erfasst. Und zwar in drei Listen, die zweimal pro Jahr aktualisiert werden. In der Altstadt sind das 30 und außerhalb des Zentrums 46 Wohngebäude sowie 38 leer stehende Gewerbeobjekte.



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erstellt am 01.Jun.2014 | 22:00 Uhr

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