Altpapierentsorgung : Saubere Lösung – in den Sand gesetzt

Standort Magdalenenluster Weg: Seit Tagen häuft sich dort, wo früher Altpapiercontainer standen, Unrat.
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Standort Magdalenenluster Weg: Seit Tagen häuft sich dort, wo früher Altpapiercontainer standen, Unrat.

„Dank“ blauer Tonne: unterirdische Altpapier-Bunker in Güstrows Südstadt unbrauchbar geworden / Unrat an Containerstandorten

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20. Januar 2016, 06:00 Uhr

Das neue Konzept des Landkreises für die Abfallwirtschaft hat Konsequenzen nicht nur für den privaten Bereich. Wie sich zeigt, müssen auch Kommunen umdenken. In der Kreisstadt Güstrow etwa sind mit der Einführung der blauen Tonne für abfallendes Papier aus privaten Haushalten mit dem Jahreswechsel unterirdisch angelegte Papier-Bunker unbrauchbar geworden.

Drei solcher Anlagen hatte die Stadt im vergangenen Jahrzehnt in der Südstadt bauen lassen. Neben den Papierschluckern sind in der Straße der DSF, im Gorkiweg und der Clara-Zetkin-Straße gleiche Einwurfschächte auch für Glas eingerichtet. Eine Art Musterprojekt, das sich bewährte. „Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht“, sagt Stadtsprecherin Karin Bartock. Deutlich weniger Lärmbelästigung und kaum noch Verschmutzungen im Umfeld konnte die Stadt im Vergleich mit den sonst üblichen, frei stehenden Iglu-Standorten registrieren. Ein Komfort, der, aus Städtebaufördermitteln errichtet, aber auch etwas kostete. Zusammen 105  000 Euro gab die Güstrow für alle drei kompletten Anlagen (inklusive Glasbehälter) aus. Die Abteilungen Altpapier sind jetzt buchstäblich in Sand gesetzt.

Und mehr noch: Extra ausgebaute Nischen für die früheren Altpapiercontainer stehen nicht nur teilweise leer, sie laden auch noch ein zum illegalen Entsorgen durch Zeitgenossen mit seltsamen Verhaltensmustern. An verschiedenen solcher Stellen bilden sich schon nach kaum drei Wochen des neuen Jahres Dreckecken.

Zuständig für die Sauberkeit an diesen Stellen ist der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Landkreises, sagt Bartock. Der „hoffe auf die Vernunft der Bürger, auf deren rechtstreues Verhalten“. Für die Glas-Iglus habe man nun mehr Platz, der sei ja an vielen Stellen recht beengt gewesen, sagt Kreissprecher Kay-Uwe Neumann. Und für die jetzt leerstehenden unterirdischen Auffanglager finde man, so hoffe er, vielleicht auch eine andere Verwendung.

Die Stadt hat da noch keine Idee, die Veränderung sei noch zu frisch. Bartock fasst zusammen: „Die Stadt findet die Umstellung nicht gut. Die Spezifik vieler kleiner Grundstücke bringt häufig Probleme mit sich. Auch den Wohnungsgesellschaften fällt es an manchen Stellen schwer, ihre Containerstandorte für die verschiedenen Abfälle neu zu gestalten.“

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