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Bilanz der Jäger : „Sau tot“ geblasen, aber trotzdem zu wenig gestreckt

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Delegiertenkonferenz des Kreisjagverbandes Güstrow / 800 Jäger wirken in 17 Hegeringen / Nachwuchs fehlt

svz.de von
erstellt am 26.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Die Jagdbläsergruppe Vierburg Bützow um Edda Thalis begleitete die Delegiertenkonferenz des Kreisjagdverbandes Güstrow am Freitagabend in Güstrow vom Anfang bis zum Ende. Als Eckhard Hackert die Jagdstrecke für die 800 Jäger in 17 Hegeringen bilanzierte, ertönte beim Schwarzwild „Sau tot“. Das sauber geblasene Signal konnte trotzdem die Zahlen nicht schönen, die er seit Jahren mit Akribie erarbeitet. „Einzigartig im Land“, lobte der Verbandsvorsitzende Nils Kempcke und überreichte Eckhard Hackert einen Präsentkorb.


Jagdjahr-Strecke durchwachsen


Die Strecke für das Jagdjahr 2013/14 war durchwachsen. „Wir waren schon deutlich besser“, konstatierte der erfahrene Jäger. Zur Strecke gebracht wurden: Rotwild 366, Damwild 430, Rehwild 5913, Schwarzwild 4343, Füchse 1426, Marderhund 635, Waschbär 254 Stück. Beim Rotwild sind die Jäger mit ihrem Ziel einer drastischen Reduzierung im wahrsten Sinne des Wortes weit ab vom Schuss. Bei Schweinen hätte sich Hackert wegen der drohenden Seuche – der Afrikanischen Schweinepest (AFP), die sich von Litauen und Polen weiter westwärts bewegt – 1000 mehr gewünscht. Trotzdem sei die Zahl zu akzeptieren, so Hackert, weil in den Forstämtern die Drückjagden im Januar fehlten. Sie waren verboten. Michael Constien, Vizepräsident des Landesjagdverbandes, hat bei der drohenden AFP dafür kein Verständnis, denn im Januar verzeichnen Jäger ihre größten Strecken. Mehr Abschüsse sind beim Raubzeug gefordert, denn Marderhund und Waschbär vermehren sich drastisch.

Sowohl Kempcke als auch Constien forderten bei dem relativ hohen Altersdurchschnitt der Waidgenossen sich mehr um den Nachwuchs zu kümmern. Auch mehr Kameradschaft wurde eingefordert. Für den 6. September wird ein Kreisjägerfest im Bürgerhaus Güstrow organisiert. Eine hohe Teilnahme aus den Reihen der Jägerschaft erwartet Nils Kempcke beim Kreisjägertag am 22. Juni in Tellow, verbunden mit dem Parkfest.

Der Vorsitzende möchte, dass bis zur nächsten Kreisdelegiertenkonferenz drei Dinge realisiert werden. Erstens sollen mindestens 80 Prozent der Jäger am jagdlichen Schießen teilgenommen haben. Zweitens gibt er das Ziel aus, dass bei Schweiß(Blut)proben bei Wildschweinen gerade wegen der sich ausweitenden gefährlichen AFP zehn Prozent erreicht werden. Und drittens will er beim Strecken von Raubzeug die 100 Prozent als Ergebnis sehen.


Landrat regt Fusion Güstrow-Bad Doberan an


Landrat Sebastian Constien (SPD), selbst Jäger, betonte, dass sich die Jäger der Hege und Pflege des Wildes sowie der Natur stellen. Er betonte, dass die Zusammenarbeit mit den Landwirten weiter verbesserte werden muss, um Wildschadensfälle zu reduzieren. Als Landrat des Landkreises Rostock, in dem es 1700 Jäger gibt, aber zwei Kreisverbände, regte er Gespräche zu einem Zusammenschluss mit Bad Doberan an. Er erinnerte, dass es bereits eine gut funktionierende gemeinsame Wildschadensausgleichskasse gibt.

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