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Güstrower Anzeiger

21. September 2017 | 03:35 Uhr

Stadtsanierung : Sanierung beginnt am Markt 29

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Auch künftig Ladengeschäft und Wohnungen / bauhistorisch besonders wertvollen Anbau mit großem Aufwand erhalten

von
erstellt am 19.Mai.2014 | 06:00 Uhr

In dieser Woche kann es richtig losgehen. Ein Teil der Anbauten des Hauses Markt 29 in Güstrow ist abgerissen. Was jetzt noch steht, wird aufwendig saniert. Bauherr Andreas Heider veranschlagt dafür ein Jahr. Ein Geschäft und zwei Wohnungen sollen dann vermietet werden. Heider hat bereits Erfahrungen mit der Sanierung eines alten Hauses in der Katzenstraße in Güstrow. „Alte Häuser – das ist gelebte Geschichte“, versucht er den Reiz dabei zu erklären.

Die besondere Art der Fachwerkkonstruktion mache insbesondere den historischen Wert des Kemladens aus. Die Denkmalpfleger, so berichtet Heider, würden von einem Hochständer sprechen. Zwei Bauhistoriker hätten das Haus gründlich unter die Lupe genommen. Dendrologische Untersuchungen ergaben, dass Dachbalken 1680 verarbeitet wurden. Außen sichtbar sind z.B. die sogenannten Knaggen unterhalb der Dachtraufe (Tropfkante am Dach), die früher bunt gestrichen waren. Auch sei versinnbildlichen den bauhistorischen Wert.


Markt-Drogerie seit mehr als 100 Jahren


Zunächst, so berichtet der Bauherr, seien die Fundamente neu zu unterfangen. Dann sei der Giebel zur Lücke zu richten und schließlich der Dachstuhl in Angriff zu nehmen. Der alte soll so weit wie möglich erhalten werden. Die tragende Funktion aber wird ein dazwischen geschobener neuer Dachstuhl übernehmen. Eine innen vor das Hochständerwerk gesetzte Mauer und Ringanker sollen für das Gleichgewicht der Kräfte sorgen. Bedauerlich sei, dass das Gebäude künftig nur an der Straßenseite und am Giebel Fenster haben kann. Die an der Seite zum Nachbargrundstück müssten zugemauert werden. „Eine Forderung des Brandschutzes“, erklärt der Bauherr. Insbesondere für das Treppenhaus sei das schade.

Bis zum Winter, so denkt Heider, sollten die „Rohbauarbeiten“ abgeschlossen sein, sodass dann der Innenausbau erfolgen kann. Bis Jahresende könne die Markt-Drogerie weiter betrieben werden. Dann müsste sie schließen. Waltraut Bartel, die das Geschäft seit 1988 führt, kann noch nicht sagen, ob sie nach der Sanierung wieder einzieht, ist aber froh, dass endlich saniert wird.

Das Haus am Markt 29 war seit Ende des 19. Jahrhundert im Besitz der Familie Schade Ein Ernst Schade hatte eine dort bereits bestehende Drogerie 1913 übernommen und sie 1954 an seinen Sohn Jürgen Schade übergeben. Nach dessen Tod hatte Sohn Uwe Schade das Erbe ausgeschlagen. Ein Nachlassverwalter hatte lange nach einem Interessenten gesucht und ihn schließlich mit Andreas Heider gefunden.

Ein halbes Jahr, so berichtet er, habe es gebraucht um ein Konzept zu erarbeiten, wie das historische Haus mit Anbau einigermaßen kostendeckend saniert werden könne. Ein Jahr später sei die Baugenehmigung erteilt worden. Städtebaufördermittel stehen zur Verfügung. Ohne diese und steuerliche Anreize, so erklärt der Bauherr, wäre ein solchen Vorhaben nicht zu realisieren.


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