Güstrow: Wiedereinzug des Amtsgerichts : Sanierung beendet - Linde gepflanzt

<strong>Gerichtsverhandlungen</strong> finden heute zwar nicht mehr wie im Mittelalter unter einer Linde statt, der Baum  aber hat Tradition. Und so steht nun auch eine Gerichtslinde   auf dem Hof des Güstrower Amtsgerichtes. Justizministerin Uta-Maria Kuder griff symbolisch zum Spaten und warf noch ein bisschen Erde auf die Pflanzstelle und gab zusammen mit Amtsgerichtsdirektorin Annamaria Düvel dem Baum mit besten  Wünschen für gutes Gedeihen einen Schluck Wasser dazu. <foto>Foto: Regina Mai</foto>
Gerichtsverhandlungen finden heute zwar nicht mehr wie im Mittelalter unter einer Linde statt, der Baum aber hat Tradition. Und so steht nun auch eine Gerichtslinde auf dem Hof des Güstrower Amtsgerichtes. Justizministerin Uta-Maria Kuder griff symbolisch zum Spaten und warf noch ein bisschen Erde auf die Pflanzstelle und gab zusammen mit Amtsgerichtsdirektorin Annamaria Düvel dem Baum mit besten Wünschen für gutes Gedeihen einen Schluck Wasser dazu. Foto: Regina Mai

Das Amtsgericht Güstrow zog am Montag wieder in das ehrwürdige Gebäude am Franz-Parr-Platz ein. Zum feierlichen Wiedereinzug kam Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU). Auch eine Gerichtslinde wurde geplanzt.

svz.de von
25. Juni 2012, 10:25 Uhr

Güstrow | "Ich bin überzeugt, dass dieses schönes Gericht und die frisch gepflanzte Gerichtslinde für eine lange Zeit zu einem festen Justizstandort in unserem Land gehören wird", sagte Uta-Maria Kuder (CDU) gestern zum feierlichen Wiedereinzug des Amtsgerichts Güstrow in das ehrwürdige Gebäude am Franz-Parr-Platz. Die Justizministerin ließ damit keinen Zweifel daran, dass mit der geplante Gerichtsreform in Mecklenburg-Vorpommern - das Konzept sieht eine Verringerung der Zahl der Amtsgerichte von derzeit 21 auf zehn vor - der "Standort Güstrow absolut sicher ist". Schon jetzt sei es der größte Amtsgerichtsbezirk.

Längst schon arbeitet das Amtsgericht wieder am historischen Ort. Jetzt aber ist die Sanierung des klassizistischen Gebäudes abgeschlossen. Kleine Restarbeiten wollte Amtsgerichtsdirektorin Annamaria Düvel gestern allerdings nicht unerwähnt lassen. Insgesamt 5,1 Millionen Euro kostete das Projekt mit allem Drumherum. 3,8 Millionen Euro entfallen dabei auf die reine Sanierung des 1823 bis 1825 als Justizkanzlei entstandenen Gebäudes. In den 1870er-Jahren war das Haus am Franz-Parr-Platz erweitert und in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts nochmals ausgebaut worden.

Schon vor rund einem Jahr hatte die Amtsgerichtsdirektorin versprochen die Öffentlichkeit einzuladen, wenn alles fertig ist. Vorzeigen konnte sie gestern u.a. vier Verhandlungssäle. Wobei ein fünfter entsteht, wenn der große Saal durch eine mobile Wand geteilt wird. Die Farbgebung in den Sälen - einer in Blau, ein weiterer in Rot -, in den Zimmern und auf den Fluren entspreche dem klassizistischen Charakter des Baus. Drei Zellen mit Tisch, Stuhl sowie Toilette und Waschbecken im Keller sind ebenfalls saniert. Hier werden Gefangene untergebracht, die gegebenenfalls auf ihre Verhandlung warten müssen. Bei einem Rundgang nach dem offiziellen Festakt wies Düvel gestern auf Neuerungen hin, die behinderten Menschen helfen, sich in dem Gebäude zurecht zu finden - Auffahrrampe, Fahrstuhl, Informationen in Blindenschrift usw.

Als Annamaria Düvel 1993 an das Amtsgericht Güstrow kam, habe der morbide Charme des Gebäudes seine Wirkung auf sie nicht verfehlt, gestand sie gestern. Gleichzeitig habe sie sich damals fest vorgenommen sich für eine Sanierung des Hauses einzusetzen. "Fast hätte ich schon aufgegeben, aber nur fast", betonte Düvel und freute sich, dass es nun geschafft sei bevor sie in den Ruhestand gehe.

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