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Super-Oldie-Partynacht Güstrow : Sally und Rösi lassen 80er-Jahre aufleben

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Neues DJ-Paar will neues Publikum zur 19. Super-Oldie-Partynacht am 31. Oktober in die Sport- und Kongresshalle Güstrow locken

Für das Foto für diesen Beitrag stellten sie einiges aus ihrem ehemaligen DJ-Equipment hin. Locker sitzen Sally (Toralf Salloch/49) und Rösi (Olaf Rösler/48) auf einer alten Dynacord-Lautsprecherbox. Rösi hat ein Mikrofon in der Hand und Sally einen alten Mixer auf den Lautsprecher gestellt. Die beiden, Sally gebürtiger Sternberger und seit 1989 Güstrower, und Rösi, der Güstrower Junge, sind bei der 19. Super-Oldie-Partynacht am 31. Oktober um 20 Uhr in der Güstrower Sport- und Kongresshalle das neue DJ-Paar. „Rösi und Sally sollen die 1980er-Jahre aufleben lassen“, sagt Eckhard Podack, mit seiner Agentur Nordmusik Promotion Veranstalter der Kult-Nacht, die SVZ wieder präsentiert.


Auf Wünsche des Publikums reagiert


Podack reagiert damit auf Wünsche seines Publikums. Dabei dachte er sofort an die beiden, die als DJs in den 1980er-Jahren in Güstrow und Umgebung sehr bekannt waren. „Klar machen wir mit, wenn wir dazu beitragen können, dass wieder mehr Schwung in die Kultveranstaltung kommt“, betont Sally. Das Wichtigste wird die Musik sein, die sie auflegen, denn „das Publikum will feiern und tanzen“, sieht Sally alles sehr entspannt. Rösi sieht den Spaß, den alle haben wollen, Er rollte mit seiner Disko „La Boum“ bis Mitte der 90er-Jahre von Ort zu Ort. Beide nehmen sich vor, den „Spirit der Partymusik der 80er“ in die Kongresshalle zu beamen. Dabei werden auch kesse Sprüche garantiert nicht fehlen. Sie hoffen zudem auf ein „Heimspiel“ wie in alten Zeiten. Sally und Rösi unisono: „Seitdem bekannt ist, dass wir die DJs sein werden, haben wir von vielen ehemaligen 80ern gehört, dass sie dieses Mal wieder in der Kongresshalle aufschlagen werden.“ Das wären dann damalige Fans, die zu ihnen ins Jugendklubhaus, ins Capi, in die PH, in den Studentenkeller und in den Südstadt-Klub kamen, um Party zu machen.

Beide wurden mit der Diskomusik in der Schule bei Schüler-Diskos infiziert. Sally in der Rosa-Luxemburg-Schule in Sternberg, Rösi in der Wossi in Güstrow. 1982 bestanden beide ihre Einstufung als Schallplattenunterhalter, wie ein DJ in der DDR genannt wurde. Der Lehrgang war DDR-typisch. Nachzuweisen waren Sprecherziehung, Programmgestaltung, Musikgeschichte, Dramaturgie und politische Aktivitäten. Das Programm musste zu 60 Prozent aus DDR-Titeln und zu 40 Prozent aus lizensierter West-Musik bestehen. „Letzteres war ein Witz. Z.B. war ,Das Model‘ von Kraftwerk auf Deutsch zugelassen. Das wollte aber keiner in dieser Version hören“, erinnert sich Sally. Er zog mit der SMH-Disko (Sallys Musikalische Hilfe) durch die Lande. Gespielt wurde das Aktuellste aus dem Westen, aufgenommen auf Kassetten oder anfangs auf Band. Queen, ACDC, Europe, die Disko-Welle mit Boney M. und Milli Vanilli, die Neue Deutsche Welle und Depeche Mode waren Renner. Die Technik und die Kassetten wurden meist mit Westgeld finanziert, Umtauschsatz 1:6. DDR-Qualität funktionierte nicht. Kurz vor der Wende bekam Sally Probleme mit der Lizenz. Er hatte im Bützower Jugendklubhaus „John F. und die Gropiuslerchen“ mit „Berlin, Berlin (Die Mauer ist weg)“ gespielt. Er musste 300 Mark Strafe zahlen und die Einstufung wiederholen. „Dabei wurde ich so madig gemacht, dass ich das Handtuch warf“, erzählt Sally. Erst nach der Wende machte er weiter. Sally zog Mitte der 90er den Stecker, weil ihm die Musik nicht mehr behagte und er sich eine Existenz aufbauen wollte. Rösi machte den Mixer wegen der beruflichen Entwicklung aus.

Beide resümieren eine „schöne geile Zeit“, bei der bei Sally „jeder Titel mit einer Erinnerung“ verbunden ist. Die geballte Ladung an Erinnerungen gibt es dann am 31. Oktober.






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