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Unternehmen bringen Geld in die Kasse : Sahnige Zeiten für Lohmen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Hohe Gewerbesteuereinnahmen ermöglichen viele Investitionen /Gemeindevertreter beschlossen ersten Doppelhaushalt im Amt

svz.de von
erstellt am 29.Jan.2015 | 05:05 Uhr

Neue Wege in der Haushaltsführung geht die Gemeinde Lohmen. Als erste im Amt Güstrow-Land beschlossen die Gemeindevertreter Dienstagabend einen Doppelhaushalt für zwei Jahre, also für 2015/16. „Damit ist es doch ein ganz anderes Arbeiten“, findet Bürgermeister Bernd Dikau (EB). Man wisse, welche Mittel man längerfristig zur Verfügung habe und vermeide einen Leerlauf zu Jahresbeginn, weil noch ein beschlossener Haushalt fehlt.

„Es ist ein stolzer Plan. Wir haben uns viel vorgenommen“, zeigt sich der Bürgermeister zufrieden. Die Gemeinde habe aktuell eine Rücklage von 705 000 Euro. Was in diesen Zeiten des knappen Geldes die absolute Ausnahme unter den Kommunen ist. Damit sei die Gemeinde in der Lage, für alle gewünschten Vorhaben die Eigenmittel aufzubringen, die anderenorts oft fehlen. „Wir haben das große Glück, dass wir starke Firmen und dadurch hohe Einnahmen durch Gewerbesteuern haben“, lüftet Dikau das Geheimnis des Erfolges.

Allein im letzten Jahr seien fast 800 000 Euro mehr an Gewerbesteuern als erwartet in die Kasse eingespült worden, sagt er. „Zusammen mit den Fördermitteln könnten wir in den nächsten fünf Jahren jedes Jahr eine Million Euro für Investitionen ausgeben“, überschlägt Dikau. „Wie lange wir noch in dieser Sahne schwimmen können, weiß keiner. Aber auch wenn die Einnahmen etwas weniger würden, würden wir gut über einige Jahre kommen“, zeigt sich der Bürgermeister zufrieden. Jeder Einwohner habe etwas von der guten Finanzpolitik in der Gemeinde, meint er.

„Wir haben 2015/16 keine Steuern erhöht – weder die Hundesteuer noch Gewerbesteuer oder Grundsteuer A und B“, stellt Dikau fest. „Fast keine Gemeinde hat eine so geringe Grundsteuer wie wir“, sagt er.

Viele Investitionen seien für 2015 geplant. So soll die Straße zwischen Lohmen und Altenhagen ausgebaut werden. Rundum erneuert werden soll in diesem Jahr das Haus 2 der gemeindeeigenen Kita. „Der Zuwendungsbescheid ist gestern gekommen“, so Bernd Dikau gegenüber SVZ. Komplett instand gesetzt wird die Außenhülle des gemeindeeigenen Wohnblocks mit sechs Wohnungen in der Chausseestraße 12a.

Verschönert werden soll in diesem Jahr der Badestrand am Lohmener See. Es sollen der Steg repariert und der Badestrand ausgebessert werden. Weiterhin soll in Garden der Bootsanlegesteg, der 2014 aus Sicherheitsgründen entfernt werden musste, erneuert werden. Große Hoffnungen setzen die Gemeindevertreter auch auf Fördermittel im Leader-Programm. Wenn diese kommen, sollen das Dorfgemeinschaftshaus ein neues Dach erhalten und gemeinsam mit der Kirchgemeinde und dem Kulturverein die Sanierung des sogenannten Drei-Seiten-Hofes in Angriff genommen werden.

Noch nicht im Plan für die nächsten beiden Jahre steht der Ausbau des Landweges Lohmen – Gerdshagen, an dem sich der Friedhof befindet. Rund 140 der insgesamt 600 Einwohner von Lohmen hatten sich im letzten Jahr in einer Unterschriftensammlung dagegen ausgesprochen, dass der Weg ausgebaut wird. Gleichzeitig wurde ein Bürgerentscheid zu diesem Thema gefordert.

„Aus jetziger Sicht steht der Ausbau des Weges im Haushalt 2015/16 gar nicht zur Debatte. Alle können beruhigt sein, nächstes Jahr wird da nichts passieren“, betont Bernd Dikau.

Wenn der Ausbau mal aktuell wird, werde die Gemeinde die Bürger auf jeden Fall miteinbeziehen, verspricht er. Er plädiere aber „für eine Bürgerbefragung und keinen Bürgerentscheid, wenn es soweit ist“, sagt er.

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