Neues Wohngebiet in Güstrow : Sahnestück mit Inselseeblick

Im Wohngebiet „Inselseeblick“ läuft die Erschließung. Alle Häuser erhalten Fernwärme, für die es besonders günstige Fördermöglichkeiten gibt.  Fotos: Hans-Jürgen Kowalzik
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Im Wohngebiet „Inselseeblick“ läuft die Erschließung. Alle Häuser erhalten Fernwärme, für die es besonders günstige Fördermöglichkeiten gibt. Fotos: Hans-Jürgen Kowalzik

Erschließung für gleichnamiges Wohngebiet im Güstrower Pfahlweg läuft.

svz.de von
19. März 2016, 05:00 Uhr

Jürgen Lehnert nimmt Maß und setzt einen Schacht für den Schmutzwasserkanal für das neueste Güstrower Wohngebiet, „Inselseeblick“ im Pfahlweg. Neben ihm arbeitet ein Bagger und vergrößert den Kanal. Hundert Meter dahinter wühlt sich ein weiterer Koloss in den Boden. Seit Februar läuft die Erschließung des Wohnareals.

„Wir sind beim Bau der Kanalisation. Die Hälfte der Arbeiten für den Regen- und Schmutzwasserkanal sind fertig“, gibt Lutz Geltmeier Auskunft. Der Güstrower ist mit seiner Firma Erschließungsträger für das gesamte Wohngebiet. „Ich bin froh, dass wir für den Auftrag in einem Verfahren mit mehreren Bietern den Zuschlag erhalten haben“, betont der Firmenchef. Für das Unternehmen bedeutet das für ein halbes Jahr für die Hälfte der Belegschaft Arbeit unmittelbar vor der eigenen Haustür und nicht wie in den vergangenen zwei, drei Jahren meist in Rostock und Umgebung. Das Areal wird komplett mit allen Medien – Wasser, Abwasser, Strom, Fernwärme und Telekommunikation – erschlossen. Im Juni will Lutz Geltmeier damit fertig sein. Gebaut werden auch Gehfahrstraßen und die Beleuchtung. Die Begrünung gehört ebenfalls zum Erschließungspaket. Im Projekt sind außerdem ein Gehweg entlang der Baufläche vom Pfahlweg bis zum Ende des Baugebietes sowie ein Weg von dort bis zur Spiellandschaft Werner-Seelenbinder-Straße enthalten. Bisher gibt es dort nur einen Trampelpfad. Lutz Geltmeier geht davon aus, dass ab Juli die ersten Häuslebauer mit dem Hochbau beginnen. Und er vermutet, dass einige Weihnachten in den eigenen vier Wänden feiern werden.

Weihnachten in eigenen vier Wänden

Der „Inselseeblick“ hat 49 Grundstücke zwischen 500 und 800 Quadratmetern. Sie werden für einen Preis ab 85 Euro pro Quadratmeter verkauft. „Bisher läuft das sehr gut. Sieben Grundstücke sind nur noch zu haben“, erklärt Lars Ehlers. Er regelt mit seiner Immobilienfirma den Verkauf. Für das Wohngebiet gibt es keine Bauträgerbindung. Ehlers: „Jeder kann seine Vorstellungen umsetzen, egal ob Bungalow-Stil oder ein Haus mit zwei Vollgeschossen. Für den Makler ist das Areal ein „Sahnestück“. Er war es auch, der das Gebiet seit dem ersten, allerdings vor zehn Jahren gescheiterten Bauversuch immer im Auge behielt und den Kontakt zum damaligen Grundstückseigentümer herstellte, der Alliance Healthcare Deutschland, ehemals Anzag. Dem Unternehmen gehörten 90 Prozent der Fläche, zehn Prozent sind städtisches Land.

Zur Erinnerung: Anzag zog 2006 aus der Güstrower Südstadt weg nach Kavelstorf um. Nach dem Abriss der Firmengebäude wurde für das Gebiet ein Bebauungsplan, der weiter gültig ist, mit dem Ziel Wohnen erarbeitet. Aber der Bauträger sprang damals ab. Dann ruhte still der Inselsee. Erst im Oktober 2014 gab es die ersten konkreten Vorstellungen, das Projekt, in Häusern nahe am Inselsee zu wohnen, wieder zu beleben. Nach Beschlüssen der Stadtvertretung begann nach Pfingsten 2015 die Vermarktung und im Herbst vergangenen Jahres waren die ersten Notarverträge unterschrieben.

Rostocker und junge Familien bauen

Grundstückseigentümer ist Lutz Geltmeier. Der Unternehmer gibt zu, dass er einige Tage überlegen musste, ob er den Kauf wagt. „So etwas ist natürlich immer mit einem Risiko verbunden. Aber ich habe die richtige Entscheidung getroffen“, ist er überzeugt. Lars Ehlers ist ebenfalls optimistisch, denn so voll wie bei diesem Vermarktungsbeginn sei sein Büro noch nie gewesen, erinnert er sich. Der Immobilienexperte sieht beim „Inselseeblick“ auch einen Beschluss der Stadtvertretung aufgehen. Die hatte die Verwaltung aufgefordert, Baugrundstücke vorzuhalten. Gründe waren, junge Familien für Güstrow zu interessieren bzw. Güstrow als Wohnstandort für Rostocker attraktiv zu machen. Ehlers: „Beim ,Inselseeblick‘ hat das bisher geklappt. Zwei, drei Familien sind aus Rostock und arbeiten dort. Außerdem sind unter den Grundstücksbesitzern rund 15 junge Familien, die aus den alten Ländern wieder in ihre Güstrower Heimat zurückkommen.“

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