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Bürgermeisterwahl Laage : „Sachlich für die besten Lösungen“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Bürgermeisterwahl in Laage: Kleiner Stadtrundgang mit dem FDP-Kandidaten Holger Anders (43).

von
erstellt am 13.Sep.2017 | 05:00 Uhr

Seinen Rundgang startet Holgers Anders unter dem Wasserturm. Mit dem kleinen Wahrzeichen von Laage verbinde ihn viel Emotion. Denn als das größere Wahrzeichen hier, die alte Windmühle, vor 20 Jahren abbrannte, sei er gerade aus Rostock gekommen und habe von weitem mit Schrecken den Feuerschein sehen müssen. Leider sei die Mühle wohl unwiederbringlich verloren. Was ihn aber freue: Die Stadtscheune hat wieder einen Betreiber. „Ich war auch schon da. Es ist für die Stadt ein Zugewinn und ich wünsche dem Betreiber das nötige Stehvermögen.“

Auf dem Weg zu seiner alten Schule, in der er zur ersten Klasse gehörte, die nach der Wende in Laage das Abitur gemacht hatte, bleibt Anders vor dem Pfarrhaus stehen. „Pastorin Kretschmann hat mich in Recknitz konfirmiert. Was heute die Kirche für die ganze Gemeinde mit ihrer offenen Jugendarbeit leistet, will ich unbedingt unterstützen und weiter ausbauen.“

An der alten Schule in der Straße des Friedens fällt Anders das Ringen im Kreistag um die Fortführung des Abiturs in Laage ein. „Ich war kein Fan der KGS, bin aber froh und stolz, dass uns das gelungen ist.“ Anders lobt die „schöne und gute Lösung als Campus“, mit den sich anschließenden Sportanlagen nebst Kita. „Das funktioniert, das kann man nicht hoch genug bewerten.“ Den Schulstandort möglichst noch auszubauen, liege ihm besonders am Herzen: „Die Kinder sollen die besten Bedingungen zu Lernen haben.“

„Laage ist eine sehr sportliche Stadt“, sagt Anders, der hier auch Fußball, Volleyball und Tischtennis gespielt habe. Schließlich habe er die ersten 30 Jahre seines Lebens in Liessow gelebt, da sei man ständig in Laage gewesen. Und natürlich auch im Freibad. Da habe er als Letzter die technischen Anlagen betreut, bevor es 2005 geschlossen wurde. „Das Eis bei Frau Stübbe war das beste in der ganzen Umgebung.“ Nachdenklich wird Anders vor dem zugewachsenen Gelände. Schon wegen der Kinder, dass alle schwimmen lernen können, sei er für ein neues Freibad. „…wenn es ein tragfähiges Konzept gibt“, schickt er sofort hinterher. Das, was bisher im Gespräch sei, das sei zu teuer. Ähnlich denkt er auch über den Konflikt Neubau oder Sanierung der alten Recknitzhalle: „Das muss mit wirtschaftlicher Vernunft gelöst werden, es muss passen.“

Und was noch?

Die Seniorenbetreuung: „Da sind wir gut aufgestellt. Dennoch möchte ich gerne einen Seniorenbeirat etablieren. Wir brauchen den Rat der älteren Menschen.“

Geschäfte in der Innenstadt halten: „Mit dem Handels- und Gewerbeverein will ich nach Lösungen suchen, wie uns das gemeinsam gelingen kann.“

Wie wichtig Radwege, die Ansiedlung von Fachärzten und Internet für die Laager seien, hatte er auf dem Kandidatenstammtisch schon mal deutlich herausgestellt.

Auf dem Rückweg in die Innenstadt steht Sibylle Steinke mit der Harke am Gartenzaun, verwickelt Anders sogleich in ein Gespräch. Ihr Sohn Christian ging mit ihm in eine Klasse, und sie seien immer noch befreundet, erklärt sie, deren Mann Wolfram von 1990 bis 1994 für die CDU im Bürgermeisterstuhl saß. Nicht das einzige Mal, dass Anders auf dem Spaziergang angesprochen wird. Ein Mädchen, vielleicht zehn Jahre, holt ihn mit dem Fahrrad ein und plappert drauflos: „Ich kenn’ Dich. Meine Mutti hat mir erzählt, Du willst Bürgermeister werden.“

Ja, sagt Anders fest, aber ohne Pathos: „Am 24. September will ich ins Rathaus. Das ist mein Ziel.“ Und kein anderes, betont er sogleich. „Die Kommunalpolitik ist das, wo ich zu Hause bin. Ich kenne mich aus in der Region, bin hier verwurzelt.“ Kommunalpolitische Erfahrung habe er schon reichlich sammeln können. Etwa als Bürgermeister von Liessow. Unter seiner Führung habe die damalige Gemeinde sich Laage angeschlossen. Dagegen habe sein Intermezzo als Beauftragter des Landkreises für die Gemeinde Diekhof nicht in einer Fusion gemündet. „Damals haben wir immer mehr Geld für die Verwaltung ausgeben müssen.“ Für Liessow sei das, davon ist Anders auch heute noch überzeugt, die richtige Entscheidung gewesen. Immerhin habe man die Eigenständigkeit der Feuerwehr und Unterstützung für den Sportverein gesichert und noch wichtige Investitionen in dem Ortsteil tätigen können. Anders: „Machen wir uns nichts vor: Die Strukturen werden sich über kurz oder lang weiter verändern. Es kommt dann darauf an, dass man auf Augenhöhe diskutiert.“ Ob das dann zu weiteren Fusionen führt, müsse jede Gemeinde für sich selbst entscheiden. „Wenn es ,ja’ heißt, stehe ich für fairen Umgang miteinander.“ Wo es aber zu Fusionen kommt, wären ihm funktionierende Ortsteile wichtig. „Die dürfen nicht abgehängt werden.“

Ende des kleinen Stadtrundgangs, am Markt: Vor dem Verwaltungsgebäude neben dem Rathaus bleibt Anders stehen. „Hier hat, als Liessower Bürgermeister, meine kommunalpolitische Arbeit begonnen, wurde ich mit den Verwaltungsabläufen und den Mitarbeitern vertraut. Da habe ich sehr viel fürs Leben gelernt.“

Bürgermeister – kann das, schafft das einer aus der kleinen FDP? Was zieht einen damals 19-Jährigen in die FDP? „Ich wollte schon immer mitgestalten, mich einbringen, durch eigene Anstrengung etwas voran bringen. Dafür war und ist mir die FDP die richtige. Entscheiden müssen die Laager.“ Mit ihnen sachlich um die besten Lösungen zu ringen, sei sein Credo, sagt Holger Anders, der im Kreistag Mecklenburgische Seenplatte für eine Fraktion aus vier verschiedenen politischen Richtungen die Geschäfte führt. „Und das funktioniert“, sagt er.

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