Landeszentrum mit Förderschwerpunkt Hören Güstrow : Rund um die Uhr fürs Baby da sein

Mit Hilfe von Babysimulatoren wurden die Schüler des Landeszentrums mit dem Förderschwerpunkt Hören in Güstrow zu Eltern auf Zeit.
Mit Hilfe von Babysimulatoren wurden die Schüler des Landeszentrums mit dem Förderschwerpunkt Hören in Güstrow zu Eltern auf Zeit.

Schüler des Güstrower „Förderzentrums Hören“ wurden beim Elternpraktikum zu Eltern auf Zeit

svz.de von
08. März 2016, 21:00 Uhr

Das sind zwei aufregende und anstrengende Nächte geworden für die Schüler des Landeszentrums mit dem Förderschwerpunkt Hören in Güstrow. Von Montag bis Mittwoch absolvierten 15 Mädchen und Jungen zwischen 13 und 17 Jahren in der vergangenen Woche ihr Elternpraktikum.

Das bedeutet, dass sich die Teilnehmer zwei Tage und Nächte lang um Babysimulatoren, wie um echte Babys kümmern mussten. Das war der Abschluss eines Projektes „Fit für Familie“, das Ilona Hänsel vom Familienzentrum der Arbeiterwohlfahrt gemeinsam mit Yvonne Gradtke vom Awo-Jugendklub und der Unterstützung von Jacqueline Garske von „Pro familia“ organisiert und durchgeführt haben. „So viele Teilnehmer hatten wir noch nie, aber es war ein gutes Arbeiten“, betont Ilona Hänsel.

Der Abschluss des Projektes hatte es in sich. Denn die Mädchen und Jungen sollten einen Eindruck davon bekommen, wie anstrengend aber auch schön es ist, sich um ein kleines Wesen rund um die Uhr kümmern zu müssen. Zuerst wurde überprüft, ob alle Utensilien, von der Babydecke über die Flasche und die Windel bis hin zur Tragetasche dabei sind. Dann mussten die „Babys“ in den zwei Tagen immer wieder gefüttert, gewindelt, getröstet und vor allem sorgsam behandelt werden. Mandy Schnee und Julia Stockmann haben die Arbeit gleich im Doppelpack – sie kümmerten sich um ein Zwillingspärchen, die es übrigens in solch einem Projekt erstmals gab. Dafür hatten sich die Jugendlichen freiwillig entschieden und freuten sich auf die zwei Tage. „Das ist eine völlig neue Erfahrung für uns“, sagten sie.

Alle gingen sehr fröhlich an diese Aufgabe heran. „Wir freuen uns auf die Nächte. Nicht jeder hat die Chance, das so einmal auszuprobieren“, so Susanne Penschke. Die 15-Jährige habe sich schon hin und wieder um kleine Kinder gekümmert. Selbst ein Kind möchte sie aber noch nicht. „Das kann noch warten“, betont sie. Auch drei Jungen beteiligten sich am Elternpraktikum. „Ich habe einen kleinen Bruder zu Hause. Einiges kenne ich“, sagt Timothy Heuer.

Nach dem Praktikum wird an den Simulatoren ausgelesen, ob sich die „Eltern“ ausreichend um ihre „Kinder“ gekümmert haben, den Kopf perfekt gehalten und sie nicht zu derbe behandelt haben. „Die Auswertung wird dann im April sein“, sagt Ilona Hänsel, von der Familienbildung. Im Vorfeld wurden die Themen Liebe, Sexualität und Partnerschaft mit den Jugendlichen besprochen. „Uns ist aber vor allem die Lebenspraxis wichtig“, fügt Ilona Hänsel an. So standen auch Besuche bei der Beratungsstelle „Pro familia“ und bei einer Gynäkologin auf dem Programm. Die Stationen sollten die Schüler auf das Thema „Familie“ und die damit verbundene Verantwortung vorbereiten.


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