Güstrow : Rummel mit 18 Attraktionen

Maik Wipper, Stefan Köpke  und Jürgen Scheit (v.l.) werkeln am beliebten Autoscooter.
Maik Wipper, Stefan Köpke und Jürgen Scheit (v.l.) werkeln am beliebten Autoscooter.

Sommer-Kirmes ab Freitag auf dem Platz an der Bleiche in Güstrow / Fahr- und Spielgeschäfte laden bis Sonntag ein

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23. Juli 2014, 06:00 Uhr

Endlich mal wieder Rummel in Güstrow. Ab Freitag und bis Sonntag laden 18 Fahr- und Spielgeschäfte einer Schaustellergemeinschaft auf dem Platz an der Bleiche in Güstrow zu einer Sommer-Kirmes ein. Auch für Essen und Trinken wird gesorgt. Geöffnet ist täglich ab 14 Uhr.

„Ende der Achtziger waren wir das letzte Mal in Güstrow“, erinnert sich Schausteller Lothar Köpke, „danach führten uns unsere Routen mehr in den Nordwesten.“ 1972 entstand aus dem „Zirkus Alberti“ diese Schaustellergemeinschaft, nachdem die Zirkuslizenz verloren ging. „Dafür sorgten mehrere Faktoren. Vor allem aber wollte die DDR-Führung keine großen privaten Unternehmen, wie wir es waren. Man erschoss damals sogar unsere Bären, andere Tiere kamen in Zoos“, erinnert sich Lothar Köpke.

Fortan begab sich der Schaustellertross auf Touren durch kleine Städte. Er schlug beispielsweise in Bützow, Schwaan und Teterow seine Zelte auf. Auch Güstrow stand seit 1970 jährlich auf dem Plan. Nun, über 25 Jahre später, ist er wieder in der Barlachstadt. „Es war relativ spontan. Vor zwei Wochen haben wir uns überlegt, nach Güstrow zu kommen“, erzählt Jürgen Scheit, Autoscooterbesitzer.

Sechs Familien mit Kindern und die Angestellten gehören zum Tross, der es auf 30 Leute bringt. Die Saison startet Mitte März und endet im Oktober. „In dieser Zeit sind wir in 30 Städten. Wenn wir Mitte, Ende Oktober nach Hause kommen, beginnen wir auch schon wieder mit den Vorbereitungen für die Weihnachtsmärkte“, sagt Stefan Köpke, der Sohn von Lothar. Er ist wie Jürgen Scheit einer der Chefs und für die Organisation zuständig. „Wir müssen den Rummel an den Platz anpassen. Mit zehn Lkw sind wir nach Güstrow gekommen, mussten mehrmals fahren“, erzählt Jürgen Scheit. „Wir brauchen den Anreisetag und ein bis zwei weitere Tage für den Aufbau. Der Abbau dauert dagegen nur vier Stunden“, erzählt er weiter.

Die Kinder der Schaustellerfamilien sind die komplette Saison dabei. Sie gehen in der jeweiligen Stadt zur Schule und haben dafür ein „Europäisches Schultagebuch für Kinder von beruflich Reisenden“. Dort werden alle Leistungen eingetragen und später an die Stammschule gegeben. So wird sichergestellt, dass die Kinder und Jugendlichen nichts verpassen.

Die Schausteller arbeiten an Wochenenden und an Feiertagen. Im Weihnachtsgeschäft fährt jeder mit seinem Geschäft auf verschiedene Weihnachtsmärkte. „Es ist kein einfaches Leben, wenn man ständig unterwegs ist, aber man wird da rein geboren. Ich könnte gar nicht mehr ohne. Natürlich bin ich im Oktober froh, wenn wir nach Hause kommen. Aber im Frühjahr steigt die Vorfreude, dass es bald wieder los geht“, beschreibt Stefan Köpke das Leben eines Schaustellers. Jetzt ist aber erst einmal Güstrow eine Station. Vor allem freuen sich die Schausteller auf viele Besucher.

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