SVZ-Weihnachtsserie : Rukloes tau dei Wihnachtstiet

Der habilitierte Erziehungswissenschaftler Behrend Böckmann befasst sich intensiv mit dem Plattdeutschen.
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Der habilitierte Erziehungswissenschaftler Behrend Böckmann befasst sich intensiv mit dem Plattdeutschen.

Plattdeutsche SVZ-Weihnachtsserie „Rukloes inne Ümgäbung von Güstrow“ von Behrend Böckmann / 1. Teil

svz.de von
01. Dezember 2014, 06:00 Uhr

Dei Wihnachtsmann un dat Christkind sünd noch nich so olt, oewer sei harrn ehr Vörlöper ut olle Tieden. Hier in Mäkelnborg wier dat dei Ruklaas orrer Ruuchklaas (ruge Klaas, Pl. Ruklœs). Ruge kümmt von „rauh“ un düdt’t up dei Verkleidung von denn Ruklaas hen. Oft hemm’ sik dei Knechten un Mäten as Ruklaasgestalten mit ’n Wotanslarf un Fellen anplünnt un dat hett sik as Brukdaum ut’e „Heidentiet“ œwer Johrhunnerte hollen un wier œwerall in’t Land, wenn ok hier un dor bäten verschieden, antaudräpen. Sei verstünnen sik wull as dei ierdschen Gesellen von Waud (Waur), dei ok as Odin orrer Wotan bekannt is. Hei un sien Fru dreewen sik ja ümmer unsichtbor inne Twölwen von Hilligabend bet Hogen Niejohr up’e Ierd rümmer. Sichtbor hengägen dreiben dei Rukloes ehr Unwäsen. Un dor dat inne ollen Tieden noch keinen Ackerschnacker geef, üm sik aftauspräken, wier dei Ruklaas-Bruk von Dörp tau Dörp bäten anners.

Dat fangt all mit denn Namen an, denn dei Rukklaas mett hier un dor ok Buleklaas, Klingklaas, Sünteklaas, Pelznickel orrer Pulterklaas heiten. An einen Urt keemen’s an’n Hilligabend un an anner Urt ierst an’n Oltjohrsabend un in männig Urten ok an beide Festdaach. Dat geef Rukloes, dei Bäder upsecht hemm’ un dorför Päpernoet un Wihnachtskauken stiepen wullen, dat geef wecker, dei por lütte Saken an Kinner gägen’n Bäder utdeilt hemm’ un dat geef wecker, dei ’n olle Räknung beglieken wullen. Dei Spaß hett uphürt, wenn dei nödige Anstand nich wohrt wür un dordörch Arger dörch dei Ruklaasümtöch inbröcht hett. So wür all 1544 taun iersten Mâl un 1682 taun tweiten Mål dörch ’n Edikt von’n letzen Güstrower Herzog Gustav Adolph dei „Ruklaas-Ümtööch“ verbåden. Oewer hulpen hett dat allens nich. Ümmer wedder hemm’ sik Manns-un Frugenslüd as Ruklaasen anplünnt un an’n Wihnachts- un Otljohrsåbend ehr Unwäsen dräben.

Noch 1925 güng in Wattmannshagen „ein Vadding mit sien utstoppt Mudding“ von Hus tau Hus, üm Gawen tau fechten. So as disse, hemm’ dei Rukloes ok an anner Urten an’n Hillig Abend stiept un ierst an’n Oltjohrsabend wat anne Kinner verdeilt. Inne Tätrowsche Gägend keemen dei Rukloes mit dissen Bäder inne Hüs: „Stripp strapp Fiederwisch, buten is dat Wäder frisch, ik kann nich länger buten stahn, ik mööt 'n bäten bet rinner gähn.“

„Putz dit, putz dat, putz witt, putz swatt, wo kaam ik hier in dieses Huus, wier ik in dieses Huus nich kamen, so wier mi Näs’ un Muul verklamen. Koenen de Kinner ok bäden?“ Mit dissen Bäder güngen dei Rukloes annerswo inne Hüs un leeten dornah dei Kinner ehr Bäder upseggen.




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