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Kirchengemeinde Lohmen : Ruheständler nun Ehrenküster

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Richard Rennert nach rund 35 Jahren als Küster in Bellin verabschiedet

von
erstellt am 21.Mai.2015 | 06:00 Uhr

Richards Rennert war fast 35 Jahre Küster in Bellin. Am vergangenen Sonntag wurde der 83-Jährige offiziell verabschiedet und zum Ehrenküster ernannt. Und so ganz kann er auch noch nicht von „seiner“ Kirche lassen. Wenn heute eine Reisegruppe kommt, wird er die Senioren ins Gotteshaus einlassen und sicher gern auch manche Frage beantworten.

„Einer musste es ja machen“, erinnert sich Richard Rennert noch genau an den August 1980, als er als Küster begann. Gleichzeitig sei die Gemeindekasse in seine Verantwortung gekommen. Zu der Zeit und insgesamt 40 Jahre war Richard Rennert Mitglied im Kirchgemeinderat. In den 1980er-Jahren habe auch die Restaurierung der Kirche begonnen. „Viel Arbeit, viel Staub“, betont der heute 83-Jährige und kann so manche Geschichte erzählen. Als einmal an der Eisenkonstruktion zur statischen Sicherung der Kirche geschweißt worden war und die Arbeiter abgerückt waren, übernahm er die Wache. „Alle Stunde haben wir geschaut und es roch immer mehr nach Rauch“, erzählt er. Aber eine Feuerstelle war lange nicht zu finden. Erst am Abend entdeckte man einen Schwelbrand an den Balken im Mittelschiff. Es gelang ihn zu löschen. „Wir haben noch bis Mitternacht kontrolliert und sind dann zu Bett gegangen“, erzählt der ehemalige Küster, der sich auf vielfältige Weise mit der Belliner Kirche verbunden fühlt. Als er 1949 nach Bellin gekommen war, wurde er dort konfirmiert. Selbstverständlich wurde er dort auch getraut. „Die Malereien im Innenraum sind wunderschön. Es ist insgesamt eine schöne Kirche“, sagt Richard Rennert. Verbunden fühle er sich auch, weil er so viel daran gearbeitet hat, so oft die Bänke vom Staub befreite.

Die Eltern hatten 1947 eine Siedlung in Bellin übernommen. Als der Vater nicht mehr konnte, stieg Richard Rennert 1954 ein, war selbstständiger Bauer bis 1960 und gehörte zu den letzten, die in die LPG gingen. Einen Trabant, für den schon eine Bestellung aufgegeben war, habe den Oberen für den Schritt in die Genossenschaft abgetrotzt, erzählt er schmunzelnd. Viele Jahre habe er als Landmaschinenschlosser gearbeitet. 1990 ging er in den Vorruhestand. Kinder hat er nicht. „Als wir heirateten, waren wir 45 und 43 Jahre alt, zu damaliger Zeit zu alt für Kinder“, berichtet er. Heute sehe man das anders.


Ohne Rollator geht es nicht mehr


Viele Pastoren hat Richard Rennert in den vergangenen Jahrzehnten kennen gelernt, mal war der aus Badendiek auch für Bellin zuständig, mal der aus Reinshagen und nun schon seit längerer Zeit der aus Lohmen. Immer hat Richard Rennert sich mit eingemischt. Bei den Zusammenlegungen von Kirchengemeinden habe man nicht zum fünften Rad am Wagen werden wollen, erklärt er. Lohmens neuer Pastor Jonas Görlich kennt den scheidenden Küster nur kurz, lernte ihn aber schnell schätzen. „Mit dem Rollator kommt er zur Kirche hinauf“, berichtet der Pastor. Da sei es mit 83 Jahren nun wahrlich Zeit für den Ruhestand. Zum Abschied pflanzte man am Sonntag gemeinsam eine Eiche auf dem Kirchhof.

 

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