Wirtschaft Güstrow : Rückkehrer startet durch

Martin Krüger hat sich im Gewerbegebiet Glasewitzer Chaussee/Rövertannen ein Tonstudio eingerichtet.
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Martin Krüger hat sich im Gewerbegebiet Glasewitzer Chaussee/Rövertannen ein Tonstudio eingerichtet.

Martin Krüger kam im Frühjahr aus Mannheim nach Güstrow zurück – hier verwirklicht er seinen Traum vom eigenen Tonstudio

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23. August 2016, 05:00 Uhr

Martin Krüger ist gebürtiger Güstrower – in den vergangenen drei Jahren lebte er jedoch in Mannheim. Der Liebe wegen. „Meine Freundin hatte dort einen Job und weil wir keine Fernbeziehung wollten, ging ich mit“, erklärt der 28-Jährige, der als Fachinformatiker schnell Fuß faste in der Rhein-Metropole. „Ich habe dort im Bereich Qualitätssicherung gearbeitet“, erzählt der junge Mann, der seinen Job liebt, aber in der Musik seine Passion gefunden hat.

Martin Krüger ist Autodidakt. Selbst habe er sich Schlagzeug und Gitarre beigebracht. „Derzeit lerne ich Keyboard“, erzählt er und fügt hinzu: „Während der Schulzeit habe ich hier in Güstrow zwei bis drei Bands gehabt. ,Schlagfertig‘ war die erfolgreichste unter ihnen. Das war eine schöne Zeit“, erinnert sich Martin Krüger. In der Ausbildung trennten sich jedoch die Wege der Bandkollegen und in seiner Zeit in Mannheim kam schließlich ein heute wichtiger Aspekt – die Technik – dazu.

„Mannheim ist eine Hochburg für Popmusik in Deutschland. Dort gibt es viele Aufnahmestudios. Ich habe mir vieles angesehen und konnte viel lernen“, erzählt der 28-Jährige, der sich in dieser Zeit auch eine technische Ausstattung zulegte. „Als es für das Paar zurück nach Güstrow – in die Heimat – ging, stellte sich die Frage: verkaufen oder behalten“, sagt Krüger, der sich für’s behalten entschied. Im Gewerbegebiet Glasewitzer Chaussee/Rövertannen fand er schließlich einen passenden Raum für seine Technik. Über den Güstrower Werkstätten in der Halle 3 richtete der Rückkehrer ein kleines Tonstudio ein. Das war im April.

„Hier steckt mein Herzblut drin. Ich habe mich hier eingerichtet, alles selbst gemacht“, sagt Krüger stolz. Doch das Studio ist nicht für ihn allein. „Ich möchte hier Musiker und Bands aufnehmen. Darum habe ich das ,DRM Tonstudio Güstrow‘ als Nebengewerbe angemeldet“, erklärt der 28-Jährige, der hauptberuflich in der Qualitätssicherung in der Windenergiebranche tätig ist. Über das soziale Netzwerk Facebook machte der Jungunternehmer unlängst auf sich aufmerksam. „Das ist eine gute Plattform, um für sich und sein Unternehmen zu bewerben. Ich habe Musiker gesucht, die einen Song kostenfrei bei mir aufnehmen, den ich dann wiederum als Referenz für meine Arbeit nehmen kann“, erklärt er weiter. Vier Bands hätten sich gemeldet – darunter die Güstrower Band „Igelei“, die schon am kommenden Wochenende einen Titel zusammen mit Martin Krüger aufnehmen wird. Sein Ziel sei es, dass sich die Künstler bei ihm wohl fühlen, Spaß haben und am Ende mit dem Ergebnis zufrieden seien. „Wir leben in einer kleinen Stadt, da spricht sich so etwas schnell rum und auf die Mundpropaganda zähle ich“, sagt Martin Krüger.

Wenn das Geschäft gut läuft, wolle er perspektivisch auch einen zweiten Raum in Rövertannen anmieten. So hätte Krüger – wie in größeren Studios üblich – einen Regie- und einen Aufnahmeraum. „Ich habe mir eine Testphase von einem Jahr vorgenommen. In der Zeit möchte ich die Selbstständigkeit erst einmal probieren, austesten, was funktioniert und was nicht“, spricht Martin Krüger über seine Ziele. Ein eigenes Tonstudio war schon als Kind sein Traum und den hat er sich in Güstrow nun erfüllen können. „Ich möchte erst einmal abwarten, aber ich könnte mir vorstellen das vielleicht irgendwann einmal hauptberuflich zu machen, aber das muss die Zeit zeigen. Musik ist und bleibt aber meine große Leidenschaft“, sagt Martin Krüger.

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